
John Bolton, der ehemalige nationale Sicherheitsberater von Donald Trump, warnt Europa vor einem „großen Fehler“, wenn es weiterhin an der Schaffung eigener militärischer Strukturen festhält. In einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ äußerte der 76-jährige außenpolitische Hardliner seine Besorgnis über die Bestrebungen, die Verteidigungskapazitäten der Europäischen Union von den Vereinigten Staaten zu unabhängig zu machen. Diese Pläne, die auch von den politischen Ambitionen von Friedrich Merz, dem mutmaßlichen nächsten Bundeskanzler Deutschlands, unterstützt werden, überzeugen Bolton nicht.„Ich bin sehr besorgt, wenn ich höre, man müsste die Europäische Union zu einem neuen Militärbündnis machen“, erklärte Bolton und fügte hinzu, dass die Europäer Trump keinen „Freibrief für den Austritt“ aus der NATO geben sollten, den er bereits in seiner ersten Amtszeit thematisiert hatte.
Bolton berichtete über ein konkretes Ereignis während eines NATO-Gipfels in Brüssel 2018, als Trump ihn anrief und fragte: „John, sollen wir es tun?“ Damit spielte Trump auf einen möglichen NATO-Austritt an. Bolton appellierte damals an Trump, dies nicht zu tun, hat jedoch seither das Gefühl, dass die Idee des Austritts sich in Trumps Kopf festgesetzt hat. „Trump versteht nur Dollar und Cent,“ führte Bolton weiter aus, „er versteht nicht die Idee, dass wir alle durch die NATO stärker sind.“ Diese Äußerungen heben die Sorgen Bolton hervor, dass die Biden-Administration sich weiterhin mit den komplizierten Dynamiken der NATO auseinandersetzen muss, insbesondere im Hinblick auf die Stimmen aus Europa, die mehr Unabhängigkeit fordern.
Amerikanische Militärstrategien auf der Kippe
Insgesamt verdeutlichen die jüngsten Ereignisse die prekäre Situation, in der sich die NATO und die transatlantischen Beziehungen befinden. Die Äußerungen Boltons und die Erwägungen der Trump-Administration zur NATO führen zu einem gesteigerten Unsicherheitsgefühl unter den europäischen Nationen bezüglich ihrer Verteidigung und der zukünftigen Zusammenarbeit mit den USA.
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