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Reifenabrieb ist ein ernstes Umweltproblem, das oft übersehen wird. In Deutschland entstehen jährlich rund 100.000 Tonnen Reifenabrieb, der etwa ein Drittel der jährlichen Mikroplastik-Emissionen ausmacht, so schätzt das Umweltbundesamt. Insbesondere Elektrofahrzeuge, die durch ihr höheres Gewicht und ihre starke Beschleunigung tendenziell mehr Abrieb verursachen, stehen im Fokus. Im Rahmen des Projekts RAMUS, welches vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik durchgeführt wird, wird gezielt erforscht, wie der Reifenabrieb bei diesen Fahrzeugen entsteht. So berichtet auch Wirtschaftskraft.de über die wichtige Rolle dieses Projekts in der nachhaltigen Verkehrsplanung.
Wissenschaftliche Ansätze zur Reduzierung von Mikroplastik
Im Projekt RAMUS wird ein Prognosemodell entwickelt, das auf realen Verkehrsdaten basiert. Testläufe am Prüfstand simulieren das reale Fahrzeugverhalten unter verschiedenen Bedingungen. Dabei untersuchen die Forschenden, wie Faktoren wie Fahrzeuggewicht, Straßenverhältnisse und Fahrverhalten den Reifenabrieb beeinflussen. Dr. Martin Gießler vom KIT betont: „Im Gegensatz zu bisher im Fokus stehenden Verschmutzungsquellen wie Abgasen sind die Einflüsse auf den Entstehungsprozess noch wenig erforscht.“ Ein wichtiger Schritt zur Reglementierung des Problems wird durch die Euro-7-Norm erreicht, die ab 2028 erstmals Grenzwerte für den Abrieb von PKW-Reifen einführt.
Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt sollen nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen, sondern auch über eine frei zugängliche Plattform der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist es, die Mikroplastik-Belastung durch Reifenabrieb nachhaltig zu reduzieren und somit einen Beitrag zu einer saubereren Umwelt zu leisten. So wird die Forschung nicht nur zur Entwicklung effektiver Strategien zur Minimierung des Reifenabriebs führen, sondern auch einem breiten Publikum zugänglich gemacht, um das Bewusstsein für diese oft unterschätzte Quelle der Umweltverschmutzung zu schärfen.
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