PKK zieht Kämpfer aus der Türkei ab: Weg frei für den Frieden?

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Die PKK zieht ihre Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak ab und kündigt das Ende des bewaffneten Kampfes an.

Die PKK zieht ihre Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak ab und kündigt das Ende des bewaffneten Kampfes an.
Die PKK zieht ihre Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak ab und kündigt das Ende des bewaffneten Kampfes an.

PKK zieht Kämpfer aus der Türkei ab: Weg frei für den Frieden?

Die türkische Arbeiterpartei PKK hat bekannt gegeben, alle ihre Kämpfer aus der Türkei in den Nordirak abzuziehen. Dieser Rückzug wurde am Sonntag, dem 26. Oktober 2025, angekündigt und stellt einen bedeutenden Schritt im Kontext des Friedensprozesses dar. PKK-Sprecher erklärten, dass bereits 25 Kämpferinnen und Kämpfer in den Nordirak zurückgekehrt sind und forderten die türkische Regierung auf, die notwendigen rechtlichen und politischen Schritte zur Umsetzung dieses Prozesses zu unternehmen. Die PKK wünscht sich außerdem, dass ihren Mitgliedern die Teilnahme an demokratischen Prozessen ermöglicht wird.

Vor diesem Hintergrund steht die PKK an einem Wendepunkt. Im Mai 2025 hatte die Organisation ihre Auflösung bekannt gegeben und den bewaffneten Kampf für die Rechte der Kurden für beendet erklärt. Dieser Schritt könnte das Ende eines über vier Jahrzehnte währenden Konflikts markieren, der über 40.000 Menschenleben gefordert hat, so oe24 und Deutschlandfunk. Bereits im Juli 2025 verbrannten 30 PKK-Kämpfer symbolisch ihre Waffen in einer Zeremonie im kurdischen Teil des Irak, in Übereinstimmung mit einem Aufruf des inhaftierten PKK-Gründers Abdullah Öcalan.

Waffenruhe und Friedensgespräche

Die Waffenruhe, die nach Öcalans Aufruf im Februar 2025 erklärt wurde, könnte helfen, den seit 1984 bestehenden Konflikt zu beenden. Politologe Ismail Küpeli sieht den Aufruf Öcalans als Schritt in Richtung Friedensprozess, warnt jedoch vor repressiven Maßnahmen der türkischen Regierung gegen die kurdische Opposition. Während die PKK im Juli begann, ihre Waffen niederzulegen, bleibt unklar, ob alle Gruppierungen innerhalb der PKK der Entscheidung zur Auflösung folgen werden. Unterdessen wird die PKK von der Türkei sowie von vielen westlichen Nationen als Terrororganisation eingestuft.

Die PKK hat ihre Forderungen nach einem unabhängigen Staat aufgegeben und strebt nun Autonomie für die Kurden in der Türkei an. Ihr Hauptquartier befindet sich in den Kandil-Bergen im Nordirak, wo sich die PKK in den letzten Jahren unter Druck durch die türkische Armee zurückgezogen hat. Diese hat zahlreiche Militärstützpunkte im Nordirak errichtet und die PKK weitgehend vertrieben, wie auch von bpb berichtet wird.

Die Rolle Abdullah Öcalans

Abdullah Öcalan, der die PKK 1978 gegründet hat, gilt als Symbol der kurdischen Rechte. Er ist seit 1999 inhaftiert und hat durch seine Aufrufe zur Waffenruhe und zu Verhandlungen an Einfluss gewonnen. Während es Öcalans Unterstützern gelingt, eine breite kurdische Basis zu mobilisieren, äußertig Menschenrechtsexperten Bedenken, dass die türkische Regierung repressiv gegen kurdische Bewegungen vorgehen könnte. Erdogans angestrebte Verfassungsänderung könnte im Rahmen des Friedensprozesses als ein strategischer Schachzug interpretiert werden, um zusätzliche Stimmen im Parlament zu gewinnen.

Das politische Klima in der Türkei hat sich in den letzten Jahren verändert. Schätzungsweise leben 14 Millionen Kurden im Land, die unter der Erdogan-Regierung mehr kulturelle Rechte erhalten haben. Dennoch ist die angespannte Situation zwischen der türkischen Regierung und den Kurden nicht zu unterschätzen, besonders nach dem Scheitern des Friedensprozesses 2015.

In den kurdischen Gebieten hat die demokratische Partei der Völker (HDP), die sich 2023 als DEM neu formierte, bei den Kommunalwahlen 2024 an Einfluss gewonnen. Trotz ihrer Erfolge sehen sich die Mitglieder von HDP/DEM immer wieder Verhaftungen und Absetzungen ihrer Bürgermeister ausgesetzt. Diese Dynamik verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen die kurdische Bewegung in der Türkei konfrontiert ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Rückzug der PKK aus der Türkei ein entscheidender Moment in der Kurdenfrage ist. Er könnte neue Chancen für den Frieden bieten, doch die Herausforderungen sind groß, und der Weg zur Umsetzung eines nachhaltigen Friedens bleibt ungewiss.