Doumbouya gewinnt Wahl in Guinea: Hoffnung oder Machtanspruch?
Mamady Doumbouya gewinnt die Präsidentschaftswahlen in Guinea 2025. Hohe Wahlbeteiligung trotz Oppositionseinwände.

Doumbouya gewinnt Wahl in Guinea: Hoffnung oder Machtanspruch?
Am 31. Dezember 2025 hat Mamady Doumbouya, der seit dem Putsch 2021 an der Macht ist, die Präsidentschaftswahlen in Guinea gewonnen. Der ehemalige Oberst und Kommandeur der Spezialeinheiten setzte sich gegen acht Herausforderer durch und sicherte sich die Kontrolle über das Land, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört. Offiziellen Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung bei knapp 81 Prozent, allerdings zweifelt die Opposition an dieser Zahl und berichtet von einer verhaltenen Teilnahme in den traditionellen Oppositionshochburgen. Doumbouya hatte im September 2021 Präsident Alpha Condé gestürzt, mit dem Versprechen, Machtmissbrauch und Korruption zu bekämpfen und das Land in eine stabile Zukunft zu führen.
Die Wahlen, die am 28. Dezember 2025 stattfanden, waren von erheblichen Kontroversen umgeben. Während Doumbouya als favorisierte Kandidat gilt, wurden viele bedeutende Oppositionspolitiker von der Wahl ausgeschlossen. Diese Politik hat die Legitimität seiner Regierung weiter infrage gestellt. Kritiker werfen Doumbouya vor, die Wahl zu nutzen, um seine Herrschaft zu legitimieren. In der Vergangenheit hatte er versprochen, nicht selbst antreten zu wollen, doch diese Zusagen wurden durch eine neue Verfassung, die im September verabschiedet wurde, aufgehoben.
Politische Situation und Wahlkontext
Die Wahl fand vier Jahre nach dem Putsch statt, der die demokratischen Fortschritte Guineas, die 2010 mit den ersten freien Wahlen nach Jahren der Diktatur einhergingen, stark beeinträchtigte. Die Regierung von Doumbouya verfolgt eine aggressive Rohstoffpolitik, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Guinea verfügt über immense Bauxit- und Eisenerzreserven und nutzt Projekte wie das Bergbau-Großprojekt Simandou, um Jobs zu schaffen und Einnahmen zu generieren. Dennoch werden die wirtschaftlichen Herausforderungen durch hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Bildungsergebnisse verstärkt.
Einen weiteren kritischen Punkt in der Wahlperiode stellt die anhaltende Verarmung dar: Trotz der Reichtümer gehören rund 82 Prozent der Bevölkerung zu den Armen, der Zugang zu grundlegenden Gesundheits- und Bildungseinrichtungen bleibt für viele Guineer schwierig. Gesundheitsfragen stehen ebenfalls im Fokus, da Guinea 2014 stark von der Ebola-Epidemie betroffen war.
Internationale Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen
Außenpolitisch pflegt Guinea unter Doumbouya enge Beziehungen zu westlichen Staaten, insbesondere zu Frankreich. Diese Beziehungen könnten entscheidend sein, um Guinea aus der Isolation zu führen, nachdem das Land aus der ECOWAS – der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten – nach dem Putsch suspendiert wurde. Doumbouya hofft, dass der formale Abschluss des Übergangs die Wiederaufnahme in diese Gemeinschaft erleichtern könnte.
Der Ausgang der Wahl könnte nicht nur die Zukunft Doumbouyas, sondern auch die langfristige Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung Guineas beeinflussen. Die Herausforderungen sind groß, und die Hoffnung der Bevölkerung auf eine Besserung ihrer Lebensbedingungen bleibt fragil.