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Heute wird der Equal Pay Day gefeiert, ein Tag, der die prekäre Einkommensschere zwischen Männern und Frauen ins Rampenlicht rückt. Diesmal beträgt die Lohnlücke bundesweit 12,2 Prozent, ein Rückgang im Vergleich zu 15,2 Prozent im Jahr 2020, so berichtete news.ORF.at. In der Steiermark verdienen Frauen sogar 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dies bedeutet konkret, dass Frauen in der Steiermark bis Mittwoch 56 Arbeitstage ohne Bezahlung gearbeitet haben. Der Equal Pay Day ist somit einen Tag früher als im Vorjahr. Diese Trendwende geschieht im Kontext einer wachsenden Besorgnis der Grünen über die mögliche Rückkehr zu konservativen Rollenbildern unter der neuen Regierungskoalition von FPÖ und ÖVP.
Besorgnis über die Herdprämie
Ein umstrittener Punkt ist die geplante „Herdprämie“, die Frauen für die Betreuung ihrer Kinder zu Hause belohnen soll. Veronika Nitsche, die grüne Frauensprecherin, kritisiert diese Maßnahme scharf: „Echte Wahlfreiheit besteht erst dann, wenn Frauen Zugang zu ganztägigen Betreuungsplätzen haben“, äußerte sie. Auch der Ökonom Marian Fink von Wifo betont, dass solche Maßnahmen nicht die Lösung sind. Er erklärte, dass der Gender Pay Gap bei verschiedenen Berechnungsmethoden schwanken kann und sprach sich gegen die Herdprämie aus, die Menschen aus dem Erwerbsleben drängen könnte, insbesondere Frauen mit niedrigerem Einkommen. Diese Beobachtungen wurden auch von Puls24 bestätigt, wo diskutiert wird, dass bei Frauen oft Erwerbsunterbrechungen durch Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen die Lohnschere verstärken.
Zusammengefasst verdeutlichen die Zahlen und Äußerungen den dringenden Handlungsbedarf zur Schaffung einer fairen Einkommensverteilung. Die unterschiedlichen Berechnungen des Gender Pay Gap, bei denen die Werte je nach Betrachtungsweise variieren können, sind ein weiteres Indiz dafür, dass es dringend notwendig ist, eine transparente und gerechte Lösung zu finden, die nicht nur auf statistischen Durchschnittswerten beruht.
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