Trump lieferte China die gewünschten KI-Chips – kein Dank aus Peking
Trump gestattete den Verkauf von KI-Chips an China, doch die Reaktion aus Peking war reserviert. Während China nach Selbstständigkeit strebt, bleibt die US-Technologie weiterhin begehrt.

Trump lieferte China die gewünschten KI-Chips – kein Dank aus Peking
In einer überraschenden Wende der jahrelangen Technologieeinschränkungen der Vereinigten Staaten gegenüber China hat Präsident Donald Trump letzten Monat Nvidia die Wiederaufnahme des Verkaufs eines wichtigen KI-Chips gestattet, der speziell für den chinesischen Markt entwickelt wurde. Allerdings fiel die Reaktion Pekings eher verhalten aus, obwohl die chinesische Regierung Washington lange dazu gedrängt hat, die strengen Exportkontrollen zu lockern. In den Wochen nach dieser politischen Kehrtwende bezeichnete Peking den Chip als Sicherheitsrisiko, forderte Nvidia zu Erklärungen auf und riet seinen Unternehmen von dessen Nutzung ab.
Chinas Unabhängigkeit in der Halbleiterindustrie
Diese kühle Reaktion spiegelt Chinas Bestrebungen wider, eine eigenständige Halbleiter-Versorgungskette aufzubauen, und zeigt das Vertrauen, das in die Fortschritte der schnell wachsenden Chipindustrie gesetzt wird. Dennoch könnte das zögerliche Verhalten auch politische Inszenierung darstellen. Trotz der bedeutenden Fortschritte im Halbleitersektor ist China nach wie vor auf amerikanische Chips und Technologien angewiesen. Experten berichten, dass Chinas nationaler Champion Huawei Chips entwickelt hat, die in der Leistung vergleichbar sind – und in einigen Fällen sogar die neu genehmigten Nvidia-Chips übertreffen. Jedoch bleiben die fortschrittlicheren KI-Prozessoren, die unter den US-Exportkontrollen blockiert sind, hoch gewünscht.
Trump und die Kontroversen um KI-Chips
Der im Fokus stehende Chip ist Nvidias H20, der im letzten Jahr von dem KI-Chip-Leader veröffentlicht wurde, um den Zugang zum chinesischen Markt nach strengen Exportkontrollen unter der Biden-Administration, die den Export von Chips mit hoher Verarbeitungsleistung stoppten, zu gewährleisten. Letzten Monat genehmigte Trump den Verkauf des Chips an China, nachdem er ihn im April wegen sich verschärfender Handelskonflikte mit China verboten hatte. Trump rechtfertigte seine Entscheidung, indem er den Chip als „veraltet“ bezeichnete und argumentierte, dass es sich um eine Strategie handle, um sicherzustellen, dass die Technologie des Landes nicht den globalen Standard verliert.
Chinas Reaktion auf US-Technologie
China ist jedoch alarmiert über die angeblichen Sicherheitsrisiken des H20, wie Tracking- und Positionierungsfunktionen sowie die Möglichkeit der Fernabschaltung – Fähigkeiten, von denen einige US-Gesetzgeber gefordert haben, dass sie in den Chips vorhanden sind, was Nvidia jedoch bestreitet. Chinas Cyberspace-Wächter und das Industrieministerium haben inzwischen den amerikanischen Chip-Giganten wegen der Sicherheitsbedenken einberufen und Unternehmen geraten, H20-Chips zu vermeiden.
Die anhaltende Nachfrage nach Nvidia-Chips
Trotz der Bedenken Pekings und der geringeren Leistung des H20 sind die Chips nach wie vor sehr gefragt bei chinesischen Unternehmen. Laut der Equity Research Firma Bernstein hätten die Lieferungen der Chips nach China in diesem Jahr 1,5 Millionen Einheiten erreicht, was einem Umsatz von etwa 23 Milliarden Dollar entsprochen hätte, ohne die Exportbeschränkungen von Trump. Zu den Hauptabnehmern zählen chinesische Tech-Riesen wie der TikTok-Besitzer ByteDance, Alibaba und Tencent. Während Huaweis führende KI-Chips in der Rechenleistung hervorstechen, hinken sie im Vergleich zum H20 hinsichtlich der Speicherbandbreite hinterher.
Chinas Fortschritte in der Halbleitertechnologie
Die führenden Hersteller von Hochleistungs-Speichertechnologie (HBM) in China, wie CXMT (ChangXin Memory Technologies), haben noch einen Rückstand von etwa drei bis vier Jahren im Vergleich zu Branchenführern wie SK Hynix und Samsung. Im letzten Jahr verschärfte die Biden-Administration die Exportkontrollen, einschließlich der HBM-Restriktionen, und zwang chinesische Unternehmen, sich auf bestehende Bestände zu verlassen.
Die Ambitionen Chinas und die globale Technologie-Landschaft
Berlins Bestrebungen, Washington zu überzeugen, die HBM-Beschränkungen im Rahmen der Handelsverhandlungen aufzuheben, zeigen die Dringlichkeit dieser Fragen. Die Attraktivität des H20 für chinesische Unternehmen liegt nicht nur in der begrenzten Produktionskapazität von Huawei, sondern auch in Nvidias gut etabliertem Ökosystem. Trotz der Bemühungen, die Nachfrage nach H20 durch lokale Anbieter zu ersetzen, können diese nicht die erforderliche Menge bereitstellen.
Fazit: Ein Wettlauf um KI und Technologie
Experten sind sich einig, dass Chinas schnelle Fortschritte in der Halbleitertechnologie nicht unterschätzt werden sollten. Die jahrelangen Verschärfungen der Exportkontrollen haben sowohl Dringlichkeit als auch Chancen in Pekings Streben nach Selbstversorgung geschaffen. Bernstein prognostiziert, dass der Anteil der hergestellten KI-Chips in China von 17 % im Jahr 2023 bis 2027 auf 55 % ansteigen wird, während amerikanische Anbieter wie Nvidia und AMD auf 45 % fallen werden. China könnte in naher Zukunft eine ernsthafte Konkurrenz im globalen Technologiewettbewerb darstellen.