Österreich trauert um Robert Reinagl: Ein Schauspieler hinterlässt Spuren
Robert Reinagl, Burgschauspieler, verstorben am 30. Oktober 2025, hinterlässt bleibenden Eindruck am Burgtheater und in der Wiener Musikszene.

Österreich trauert um Robert Reinagl: Ein Schauspieler hinterlässt Spuren
Robert Reinagl, ein beliebter Burgschauspieler und für seine Rollen in Fernsehserien wie “Vienna Blood” und “SOKO Donau” bekannt, ist am 30. Oktober 2025 im Alter von 57 Jahren nach langer Krankheit verstorben. Das Burgtheater gab den Verlust des vielseitigen Künstlers bekannt, der im Kreise seiner Familie starb. Reinagl wurde 1968 in Wien geboren und trat im Jahr 2000 dem Ensemble des Burgtheaters bei, wo er in knapp 50 Produktionen mitwirkte.
Zusätzlich zu seiner bedeutenden Theaterkarriere war Reinagl als Wienerliedsänger und Sprecher aktiv. In den letzten Jahren ließ er sich sowohl im Film als auch im Fernsehen blicken, wo er unter anderem in Produktionen wie „Murer – Anatomie eines Prozesses“, „Tatort“, „Hals über Kopf“ und „Klammer – Chasing the Line“ zu sehen war. Für seine sprachliche Darbietung war er auch als Lehrbeauftragter für Sprachgestaltung am Max Reinhardt Seminar tätig.
Würdigung und Vermächtnis
Burgtheaterdirektor Stefan Bachmann würdigte Reinagl nicht nur für dessen humorvolles Wesen, sondern auch für seine Unbestechlichkeit, seine Liebe zum Detail und zur Sprache. Dietmar König, Vorsitzender des Künstlerischen Betriebsrats, hob hervor, dass Reinagl über 25 Jahre Teil des Burgtheaters war und mehr als 20 Jahre im Betriebsrat tätig war. Diese langjährige Verbundenheit zeigt den großen Einfluss, den Reinagl auf das Burgtheater hatte, einem der bedeutendsten Schauspielhäuser im deutschsprachigen Raum, das 1748 gegründet wurde und heute unter Bachmanns Direktion steht.
Als Teil seiner musikalischen Laufbahn trat Reinagl in der Wiener Musikszene auf, unter anderem mit Andy Radovan sowie den Neuen Wiener Concertschrammeln. Zudem war er regelmäßig als Sprecher für Radio und Fernsehen aktiv und gab häufig Lesungen. Sein Debüt am Burgtheater feierte er mit William Shakespeares „Troilus und Cressida“. Zu seinen letzten Produktionen zählten die Uraufführung „Die Eingeborenen von Maria Blut“ und „Liliom“ von Ferenc Molnár.
Ein Blick auf das Burgtheater
Das Burgtheater in Wien ist nicht nur das größte Schauspielhaus im deutschsprachigen Raum, sondern auch eines der bedeutendsten weltweit. Das aktuelle Gebäude, welches von Gottfried Semper und Karl von Hasenauer im Neorenaissancestil erbaut wurde, wurde 1888 eröffnet. Das Theater hat eine lange Geschichte und wurde 1776 von Kaiser Joseph II. zum Teutschen Nationaltheater erklärt.
Die tragische Nachricht vom Tod Robert Reinagls hinterlässt eine Lücke im österreichischen Theaterleben. Als ein Künstler, der mit seiner Unbestechlichkeit und seinem Authentizismus das Publikum berührte, wird er in Erinnerung bleiben. Sein Erbe wird durch die unzähligen Aufführungen und die Werke, die er hinterlassen hat, weiterleben.