Leise Silvester? Tierschutz fordert Ende der Knallerei für Tiere!
Tierschutzorganisationen warnen vor den Gefahren von Silvesterfeuerwerk für Tiere. Forderungen nach einem Verkaufsverbot und Schutzmaßnahmen wachsen.

Leise Silvester? Tierschutz fordert Ende der Knallerei für Tiere!
In den letzten Tagen des Jahres 2025 sorgt die Diskussion um die Auswirkungen von Silvesterfeuerwerk auf Tiere und die Umwelt erneut für Aufsehen. Tierschutzorganisationen warnen schon seit Jahren vor den gefährlichen Konsequenzen, die das Böllern für Haustiere, Nutztiere und Wildtiere hat. Besonders alarmierend sind die Berichte über Panikreaktionen bei Tieren, die durch die lauten Geräusche ausgelöst werden. Die Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, Johanna Stadler, schildert persönliche Erlebnisse, bei denen Rehe panisch auf die Straße sprangen, um dem Lärm zu entkommen. Ein zunehmendes Problem ist das Entlaufen von Hunden an Silvester, was zu einer höheren Anzahl von vermissten Tieren führt. Dies wird von vielen Tierhaltern und Tierschutzorganisationen beobachtet, die sich laut öko-news für ein Verbot von Feuerwerken einsetzen.
Die Forderungen nach einem umfassenden Verkaufsverbot für Feuerwerk werden immer lauter, insbesondere da bestehende Regelungen, wie die Verbote in der Nähe von Tierheimen und empfindlichen Einrichtungen, als unzureichend erachtet werden. Verkaufsstände für Feuerwerk sind überall zu finden, wobei in Mattighofen vier Stände innerhalb von nur 100 Metern liegen. Die Mehrheit der angebotenen Feuerwerksartikel verursacht übermäßigen Lärm, während leise Alternativen kaum erhältlich sind. Ein generelles Verkaufsverbot könnte den Druck auf Tiere erheblich verringern.
Die Auswirkungen auf Tiere
Der Deutsche Tierschutzbund unterstützt die Kampagne „Böllerciao“ und fordert ein Ende des privaten Kaufs und Gebrauchs von Pyrotechnik zu Silvester. Jährlich leiden Millionen Tiere in Deutschland unter den Stressreaktionen, die durch das Feuerwerk ausgelöst werden. Die Explosionen, verbunden mit Lichtblitzen und Brandgeruch, sind für viele Tiere ein wahrer Albtraum. Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, hat wiederholt betont, dass rücksichtsvollere Feiermöglichkeiten notwendig sind. Das sensible Gehör der Tiere kann durch die Knallerei nicht nur geschädigt werden, sondern führt auch zu einer dauerhaften Geräuschangst.
Wildtiere sind besonders betroffen. Vögel verlieren beim panischen Aufsteigen wertvolle Energie und finden in kalten Winterbedingungen schwieriger Nahrung. Der NABU Rheinland-Pfalz spricht sich gegen private Böllerei aus und fordert stattdessen zentral organisierte Feuerwerke oder alternative Lichtshows. Auch die Auswirkungen auf Wildtiere sind besorgniserregend. Tiere wie Füchse, Rehe und Waschbären ziehen sich oft ins Unterholz zurück, um dem Lärm zu entkommen. Diese Flucht vor dem Lärm kann im Winter tödlich enden, wenn die Tiere aufgrund von Stress und Kalte geschwächt werden.
Umweltbelastung und Appelle an die Gemeinschaft
Zusätzlich zu den Tierleiden verursacht Feuerwerk auch erhebliche Umweltprobleme. Die Entsorgung von Feuerwerksresten kann mit der Freisetzung von giftigen Stoffen und Schwermetallen einhergehen, was der Natur schadet. Auch durch die Luftverschmutzung, die durch Feinstaub und Mikroplastik entsteht, wird die Umwelt belastet. Der Deutsche Tierschutzbund und die Deutsche Umwelthilfe haben daher auf die Wichtigkeit aufmerksam gemacht, tierhaltende Einrichtungen vor Feuerwerk zu schützen und sensibilisieren die Gemeinden, entsprechende Schutzzonen nach dem Sprengstoffrecht einzurichten.
In Anbetracht all dieser Faktoren appellieren Tierschutzorganisationen an die Bürger, in der Silvesternacht auf Feuerwerkskörper zu verzichten. Es liegt an der Gemeinschaft, rücksichtsvoll zu feiern und die Belastungen für Tiere und Umwelt zu minimieren. Während sich die Diskussion fortsetzt, wächst die Unterstützung für Maßnahmen, die die negativen Auswirkungen der Silvesterknallerei eindämmen sollen, um eine bessere Lebensqualität für Tiere und Menschen zu schaffen.