Insolvenzstatistik unter der Lupe: Keine drohende Welle für Deutschland!

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Die Insolvenzstatistik zeigt, dass rückläufige Gründungen und Transformationsprobleme die wirtschaftliche Lage prägen, nicht eine Insolvenzwelle.

Insolvenzstatistik unter der Lupe: Keine drohende Welle für Deutschland!

Berlin (ots)

Alarmierende Insolvenzzahlen: Ein gewaltiges Wellenbad für die deutsche Wirtschaft?

Die Alarmglocken läuten! Die Insolvenzzahlen in Deutschland klettern seit anderthalb Jahren unaufhörlich nach oben. Die düstere Prognose einer Insolvenzwelle geistert seit dem Ausbruch der Coronapandemie und des Ukrainekriegs durch die Medien. Doch die Realität sieht anders aus: Weder eine katastrophale Wirtschaftslage noch eine massive Welle von Insolvenzen sind in Sicht! Dr. Christoph Niering, ein erfahrener Insolvenzverwalter, macht klar: „Die aktuellen Zahlen erreichen nicht einmal annähernd die Krisenniveaus, die wir während der Finanzkrise gesehen haben!“

Dies sei vor allem auf die rückläufigen Gründungszahlen zurückzuführen. Junge Unternehmen, die oft eine hohe Insolvenzgefahr aufweisen, entstehen inzwischen seltener. „In den ersten fünf Jahren nach ihrer Gründung sind Firmen am häufigsten insolvent,“ fährt Niering fort. Mit weniger Neugründungen gehen folglich auch weniger Unternehmensinsolvenzen einher – ein Zusammenhang, der nicht zu unterschätzen ist!

Vielfältige Ursachen: Der Wandel in der Wirtschaft

Ein Blick auf die Branchen verdeutlicht, dass die Ursachen für Insolvenzfälle dieser Tage nicht mehr dieselbe sind. Eine allgemeine Kaufzurückhaltung allein reicht nicht aus, um die wirtschaftlichen Probleme zu erklären. Die Transformation in der Automobilbranche, die Herausforderungen des stationären Einzelhandels im Online-Zeitalter und die wachsenden Schwierigkeiten in der Gastronomie und Hotellerie sind nur einige Beispiele. „Insolvenzen sind Bereinigungsprozesse,“ betont Niering und nennt die schlechten Arbeitsbedingungen sowie die geringe Entlohnung als schockierende Faktoren, die das Angebot an attraktiven Stellen niedrig halten.

Die Beihilfen zur Unterstützung während der Pandemie haben lediglich die Symptome gemildert, jedoch den unvermeidlichen Wandel hinausgezögert. Viele Unternehmen verharren in der Vorstellung, dass ihre altbewährten Geschäftsmodelle weiterhin funktionieren würden – eine gefährliche Illusion! „Zwei Drittel aller Insolvenzen sind auf Managementfehler zurückzuführen,“ so Niering. Das ist ein deutliches Warnsignal für die Geschäftsleitungen!