EU greift durch: Neue Verordnung gegen illegalen Haustierhandel!
Die EU setzt neue Verordnungen zur Bekämpfung des illegalen Hunde- und Katzenhandels um, um Tierschutz und Lebensbedingungen zu verbessern.

EU greift durch: Neue Verordnung gegen illegalen Haustierhandel!
Am 19.06.2025 hat die EU-Kommission neue Vorschriften zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Haustieren verabschiedet. Diese Verordnung ist ein bedeutender Schritt zur Eindämmung des Handels mit illegal gezüchteten und gehandelten Tieren. Die Vorschriften zielen darauf ab, die Lebensbedingungen für Hunde und Katzen in europäischen Zuchteinrichtungen zu verbessern, indem europaweite Mindeststandards eingeführt werden. Dies berichtet die Kleine Zeitung.
Die neuen Regelungen betreffen ausschließlich professionelle Zuchtanstalten und schließen private Haushalte sowie Bauernhofkatzen aus. Zukünftig müssen alle Hunde und Katzen, die aus Drittländern in die EU eingeführt werden, mit einem Mikrochip ausgestattet und in einer nationalen Datenbank registriert werden. Dies stellt sicher, dass die Herkunft der Tiere nachvollzogen werden kann. Zudem wird der Zucht zwischen engen Familienangehörigen sowie von Tieren mit gesundheitlich riskanten Schönheitsmerkmalen verboten.
Ein wichtiges Abstimmungsergebnis
Das EU-Parlament hat die Position zu diesen Vorschriften mit 457 Stimmen, 17 Gegenstimmen und 86 Enthaltungen verabschiedet. Tierschutzorganisationen wie „Vier Pfoten“ schätzen, dass der Marktwert des jährlichen Bedarfs an Hunden in der EU etwa 4,6 Milliarden Euro beträgt. In Österreich beläuft sich dieser Wert auf mindestens 54 Millionen Euro. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Herkunft von 79 Prozent der nachgefragten Hunde in der EU nicht auf überprüfbare oder legale Quellen zurückgeführt werden kann. Der Handel mit Hunden aus unbekannten Quellen macht etwa 38 Millionen Euro aus, was die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen unterstreicht.
Die RundUm.dog betont, dass nahezu 60 % des Haustierhandels in Europa online abgewickelt werden. Um diesem Trend entgegenzuwirken, muss jede Online-Anzeige für Haustiere künftig die neuen Nachverfolgbarkeitsanforderungen erfüllen. Trotz dieser Schritte gibt es jedoch Kritik an der Verordnung. Katzen bleiben weitgehend ungeschützt, wenn sie nicht zur Zucht eingesetzt werden, und Hobbyzuchten sowie Kleinstanbieter sind von den neuen Regelungen ausgenommen.
Mikrochip-Pflicht für alle Haustiere
Gemäß den neuen Vorschriften sind alle Hunde und Katzen, die gezüchtet, verkauft oder online angeboten werden, zur Mikrochip-Pflicht verpflichtet. Die Tiere müssen in nationalen Datenbanken registriert werden, was eine EU-weite Vernetzung zur besseren Rückverfolgbarkeit sicherstellt. Auch Tiere aus Drittstaaten sind von dieser Regelung betroffen. Diese Maßnahme soll insbesondere dem illegalen Handel mit Jungtieren aus Welpenfabriken entgegenwirken, wo Tiere unter schlechten Bedingungen gezüchtet werden.
Laut einem Bericht von Herz für Tiere wurden im Jahr 2024 insgesamt 224 Fälle von illegalem Tierhandel gemeldet, wobei 991 Tiere betroffen waren, davon 85 % Hunde. Die häufigsten Herkunftsländer der beschlagnahmten Tiere sind Rumänien, Bulgarien und die Türkei, wobei Deutschland in 80 % der Fälle als Ziel landete.
Die Verordnung muss nun noch vom EU-Parlament und dem EU-Rat genehmigt werden. Ziel ist es, durch die Einführung verbindlicher Standards zur täglichen Pflege und Versorgung von Tieren den illegalen Handel erheblich zu reduzieren. Die nächsten Schritte umfassen die Trilogverhandlungen zwischen dem EU-Parlament und dem Rat, während die EU-Kommission bereits erste Änderungen im Kommissionsvorschlag angenommen hat.