Neues Stadtmodell: So verwandelt St. Veit seine Altstadt!
Studierende präsentieren innovative Konzepte zur Altstadtentwicklung in St. Veit, um Aufenthaltsqualität und Nutzungsmix zu steigern.

Neues Stadtmodell: So verwandelt St. Veit seine Altstadt!
Am 27. November 2025 öffnete die Ausstellung „Zurück in beste Lage“ im Rathaushof ihre Türen und legt den Fokus auf die Entwicklung der Altstadt von St. Veit. Die Präsentation zeigt Entwürfe, die von Studierenden erstellt wurden und die Detailgenauigkeit sowie die Visionskraft der zukünftigen Stadt vermitteln. Bürgermeister Martin Kulmer hebt die besondere Bedeutung dieser Entwürfe hervor, die als Werkzeuge für die künftige Stadtentwicklung dienen sollen.
Um eine nachhaltige Transformation zu gewährleisten, wurden die Konzepte in enger Abstimmung mit Immobilienbesitzern entwickelt, die leerstehende Objekte in der Altstadt besitzen. Dabei begleiteten das städtische Bauamt, das Stadtmarketing St. Veit sowie die Fachleute Roland Gruber von nonconform und Thomas Egger von Egger & Partner den Prozess.
Langfristige Stadtentwicklung
Diese Entwicklungsanstrengungen sind Teil eines langfristigen Prozesses, der mit Visionsentwicklungsworkshops im Frühjahr 2025 beginnen soll. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität in der Altstadt zu steigern und den Nutzungsmix aus Wohnen, Arbeiten, Lernen, Gesundheit und Freizeit weiter zu verbessern. Das Leerstandsmanagement im Stadtmarketing hat bereits Resultate gezeigt, sind über 20 Neuansiedlungen in den letzten Monaten verzeichnet worden.
Parallel zur Ausstellung laufen außerdem Wettbewerbe im Bereich Landschaftsarchitektur und Förderprogramme, um weitere Impulse für die Altstadtentwicklung zu generieren. Auch die HTL Villach beteiligt sich an dieser Initiative, indem sie neue Sitzmöbel gestaltet, die als Begegnungszonen dienen werden und Jugendliche in den Planungsprozess einbezieht.
Die Rolle der Altstädte
Altstädte spielen eine entscheidende Rolle für die Identität einer Stadt, da sie oft die historischen Kernstrukturen sind und Räumlichkeiten für verschiedene Funktionen bieten – von Handels- über Dienstleistungsräume bis hin zu Wohn- und Arbeitsbereichen. Sie sind häufig verkehrsberuhigt und bieten Fußgängerzonen, die sowohl für Bewohner als auch für Besucher attraktiv sind. Historische Altstädte sind nicht nur Wohn- und Geschäftsräume; sie beherbergen auch kulturelle Einrichtungen und Kunstwerke und müssen im Rahmen der Stadtplanung erhalten werden.
Allerdings stehen viele Altstädte vor Herausforderungen wie einem Mangel an Wohnraum und dem dringenden Bedarf, alte Gebäude zu renovieren. Der Erhalt der historischen Bausubstanz und der Denkmalschutz stellen hohe Anforderungen an die Stadtentwicklung. Die Notwendigkeit, Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, liegt in der Pflicht der Eigentümer, den Denkmalschutz zu beachten. Veränderungen, wie die zunehmende Bedeutung des E-Commerce, führen außerdem zu einem Ladensterben in vielen Altstädten.
Durch innovative Konzepte und gezielte Programme soll jedoch dem Verlust an Bedeutung der Altstädte entgegengewirkt werden. Städte setzen auf besondere Einkaufserlebnisse und umfassende touristische Angebote, um die Attraktivität der historischen Zentren zurückzugewinnen.
St. Veit steht mit ihrem Projekt an einem wichtigen Wendepunkt, um diese Herausforderungen anzugehen und die Altstadt zukunftsfähig zu gestalten. Ob diese Initiativen langfristig die gewünschten Ergebnisse bringen und alte Strukturen und Identitäten wahren können, bleibt abzuwarten. Aber mit dem Engagement von Stadt und Studierenden scheint der Weg in die richtige Richtung eingeschlagen worden zu sein.