Eishalle Klagenfurt: Land Kärnten zieht sich zurück – Millionenloch für die Stadt!

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Klagenfurt trägt künftig allein die Eishallen-Kosten, nachdem das Land Kärnten aus dem Fördervertrag aussteigt.

Klagenfurt trägt künftig allein die Eishallen-Kosten, nachdem das Land Kärnten aus dem Fördervertrag aussteigt.
Klagenfurt trägt künftig allein die Eishallen-Kosten, nachdem das Land Kärnten aus dem Fördervertrag aussteigt.

Eishalle Klagenfurt: Land Kärnten zieht sich zurück – Millionenloch für die Stadt!

Am 29. Dezember 2025 wurde bekannt, dass das Land Kärnten seine finanziellen Verpflichtungen für die Eishalle in Klagenfurt zurückzieht. Gespräche zwischen der Stadt Klagenfurt und dem Land blieben ohne Ergebnis, was zu einer intensiven Diskussion über die zukünftige Finanzierung der Eissportbetriebe führte. Bürgermeister Christian Scheider äußerte scharfe Kritik und betonte die überregionale Bedeutung der Eishalle für die Region.

Die Stadt wird künftig alle Kosten für den Betrieb der Eishalle allein übernehmen müssen, was einem Abgang von rund 1,2 Millionen Euro entspricht. Dieses Vorgehen folgt einem Trend, da andere Städte in der Vergangenheit Eishallen aus finanziellen Gründen schließen mussten, was die Dringlichkeit der Situation für Klagenfurt unterstreicht.

Eishallenfinanzierung und Verantwortlichkeiten

Die gemeinsame Finanzierung der Kunst-Eisbahn, die seit 1969 zu 60 % von der Stadt und zu 40 % vom Land getragen wurde, wird jetzt ein einseitiges Projekt der Stadt Klagenfurt. Bürgermeister Scheider kritisierte den Rückzug des Landes als unverantwortlich. Er betonte, dass es wichtig sei, Kindern und Jugendlichen Trainingsmöglichkeiten zu bieten.

Der Sprecher von Landeshauptmann Peter Kaiser, Andreas Schäfermeier, wies darauf hin, dass das Land die Zahlungen für die Klagenfurter Eishalle Ende 2025 einstellen wird. Die Förderverträge stammen aus den 1960er-Jahren und seien nicht mehr aktuellen Standards gerecht geworden. Das Land hatte bereits 2016 die Zahlungen gedeckelt, um eine unfaire Bevorzugung anderer Gemeinden zu vermeiden.

Reaktionen und kritische Stimmen

In der Diskussion um die Eishallenfinanzierung kam es auch zu einem Schlagabtausch zwischen Bürgermeister Scheider und Landessportdirektor Arno Arthofer, der die Stadt beschuldigte, über viele Jahre hinweg ihre Pflichten nicht erfüllt zu haben. Arthofer bezeichnete die Versuche, die Verantwortung auf das Land abzuwälzen, als unredlich und durchschaubar. Zudem wurde betont, dass die Stadt Klagenfurt das Land wegen der Deckelung auf eine hohe sechsstellige Summe verklagt hatte, jedoch unabhängige Prüfungen die Rechtmäßigkeit der Maßnahme bestätigten.

Im Hinblick auf das Auslaufen der Förderung erklärte Arthofer, dass ausreichend Zeit zur Verfügung gestanden habe, um sich auf diese Situation vorzubereiten. Während die Streitigkeiten über die finanzielle Verantwortlichkeit weitergehen, plant die Stadt Klagenfurt dennoch, die Eishalle als Symbol für Tradition, Sport und Verbundenheit trotz angespannter finanzieller Lage aufrechtzuerhalten.

Zukunft des Eissports in Kärnten

Zusätzlich gab das Land Kärnten bekannt, dass es 1,5 Millionen Euro für die Sanierung und den Umbau des Eissportzentrums der Stadthalle Klagenfurt bereitstellt. Diese Mittel sollen zur Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Profis beitragen. Die Gesamtkosten des Bauprojekts belaufen sich auf 4.095.980 Euro und werden zwischen der Stadt und dem Land aufgeteilt. Der Bauherr sind die Kärntner Messen, und die Heizungs- sowie Sanitäranlagen sollen saniert werden.

Für die Zukunft des Eissports in Kärnten ist zusätzlich eine zweite Eishalle in Villach geplant, um den Nachwuchs im Eissport zu fördern. Der geplante Standort für diese Halle ist ein Grundstück südlich der Stadthalle, das die Stadt für 600.000 Euro erwerben möchte.

Die Situation rund um die Eishalle in Klagenfurt ist somit ein komplexes Zusammenspiel aus finanziellen, politischen und sportlichen Herausforderungen, das sowohl die Stadt als auch das Land vor große Aufgaben stellt.