
In einem entscheidenden Schritt zur schnellen Entfernung eines umstrittenen Wandgemäldes in Mariahilf gab es letzte Woche einen Durchbruch im Petitionsausschuss. Die Diskussionen über die Zukunft des Kunstwerks von Helmut Kand intensivierten sich nach einer Intervention von feministischen Initiativen, die bereits seit Sommer für die Übermalung des Bildes plädieren. Kand wurde 2022 rechtskräftig wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Frauen verurteilt, was den Druck zur Entfernung seines Murals erheblich verstärkt hat.
Die damaligen Entscheidungen des Petitionsausschusses führten letztlich dazu, dass alle Parteien im Bezirk, einschließlich Bezirksvorsteher Markus Rumelhart von der SPÖ, der Entfernung des Wandbildes zustimmten. In einer jüngsten Sitzung wiesen die zuständigen Stadträtinnen, Kathrin Gaál und Veronica Kaup-Hasler, ebenfalls darauf hin, dass die Stadt das Bild bald übermalen möchte. Hierbei schwenkte man von einem aufwändigen Künstlerwettbewerb ab und plädierte für eine schnellere, neutrale Übermalung des Werks.
Übermalung des Murals in Aussicht
Ursprünglich war geplant, das Wandbild im Rahmen eines Wettbewerbs zur Neugestaltung durch nationale Künstlerinnen und Künstler zu entfernen. Dabei schätzte Kaup-Hasler die Zeitspanne auf etwa 16 bis 18 Monate. Diese Verzögerung war der ÖVP jedoch nicht schnell genug. Bereits im Oktober forderte sie im Gemeindeausschuss die sofortige Übermalung, was zunächst abgelehnt wurde, da man die bevorstehende Entscheidung des Petitionsausschusses abwarten wollte.
Nach der Zustimmung vom Petitionsausschuss in der vorigen Woche reichte die ÖVP erneut einen Antrag ein, dieses Mal gemeinsam mit anderen Parteien wie SPÖ, Neos, Grünen und FPÖ. Diese Allparteien-Resolution verlangte die sofortige Neugestaltung des Wandgemäldes, um den Respekt gegenüber den Opfern von sexueller Gewalt zu wahren. Der Antrag begründet die Dringlichkeit mit der Tatsache, dass die visuelle Präsenz des Wandbildes für die betroffenen Frauen problematisch ist.
Ein starkes Zeichen für Frauenrechte
Die Genehmigung der Resolution bedeutet, dass nicht nur der Zeitplan für die Übermalung erheblich verkürzt wird, sondern dass auch der zuerst angedachte Künstlerwettbewerb zur Neugestaltung entfällt. "Die Übermalung ist ein wichtiges Zeichen, aber sie darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Wien noch viel zu tun ist. Es braucht eine klare und langfristige Förderung von Gewaltschutzprogrammen und Initiativen, die Frauen stärken und schützen", erklärt die ÖVP-Gemeinderätin Silvia Janosch.
Mit dieser beschleunigten Aktion soll nicht nur ein sichtbares Zeichen gesetzt werden, sondern auch eine Debatte über Gewaltschutz und feministische Anliegen befeuert werden. Das Mural wird voraussichtlich schon in den kommenden Wochen übermalt, was den Begriff der öffentlichen Kunst in einem neuen Licht erscheinen lässt.
Für weitere Informationen über die Entwicklungen in dieser Angelegenheit, siehe die aktuelle Berichterstattung auf www.meinbezirk.at.
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