Wien-Mariahilf

Wandgemälde in Mariahilf: Gemeinderat beschließt Übermalung aus Respekt

In Mariahilf wird das schockierende Wandgemälde eines verurteilten Sexualstraftäters übermalt – alle Parteien im Gemeinderat haben endlich gehandelt, um den Opfern gerecht zu werden!

Kürzlich sorgte ein umstrittenes Wandgemälde in Mariahilf für Aufregung, und nun ist es beschlossene Sache: Das betreffende Kunstwerk wird übermalt. Der Gemeinderat hat heute einen Antrag aller Parteien zur neutralen Übermalung angenommen. Hinter diesem Schritt steht ein schwerwiegender Grund: Der Künstler ist 2003 wegen Sexualdelikten verurteilt worden und sorgte damit für eine heftige öffentliche Debatte.

Der Sprecher von Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) bestätigte, dass diese Maßnahme aus „Respekt gegenüber den Opfern sexualisierter Gewalt“ beschlossen wurde. Ursprünglich hatte die Stadt eine Ausschreibung durch die Initiative „Kunst im öffentlichen Raum“ (KÖR) angedacht, um Lösungen für eine Übermalung zu finden. Doch das war nun vom Tisch. Stattdessen entschloss man sich zu einer sofortigen und neutralen Umgestaltung, was zeigt, dass hier schneller Handlungsbedarf gesehen wurde.

Hintergründe des Kunstwerks

Das Wandgemälde befindet sich an der Feuerwand in der Magdalenenstraße 33 und wurde über die Jahre hinweg immer mehr zur Zielscheibe von Kritik. Der Maler des Bildes wurde im Vorjahr zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt, nachdem er zwei Frauen bei einem Body-Painting missbraucht hatte. Feministische Initiativen, darunter „Catcalls of Vienna“ und „Ni Una Menos Austria“, forderten seitdem dessen Übermalung, wobei eine der betroffenen Frauen sogar erwähnte, dass sie täglich an dem Werk des Täters vorbeigehen müsse.

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Anfänglich hatten Politiker der Mariahilfer Bezirkspolitik und die Wiener ÖVP auf eine Entfernung des Gemäldes gedrängt. Ein entsprechender Antrag auf Übermalung wurde jedoch zunächst von SPÖ und NEOS abgelehnt, da sie der Meinung waren, dass das Thema im Petitionsausschuss besser behandelt werden könne. In dieser Debatte sprachen sich die zuständigen Stadträtinnen für eine Entfernung des Kunstwerks aus, was die Stadtverwaltung zur Beauftragung der Initiative KÖR bewegte, kreative Lösungen zur Übermalung zu finden.

Kritik an der Stadtregierung

Die Reaktion der Wiener Volkspartei fiel nach der heutigen Entscheidung gemischt aus. Silvia Janoch, die Familiensprecherin der ÖVP, äußerte ihre Erleichterung darüber, dass nun endlich handelt wurde. Sie kritisierte jedoch, dass SPÖ und NEOS zuvor die Initiative blockiert hätten. Janoch betonte, dass es für die Frauen, die unter dem Deckmantel von Kunst missbraucht wurden, nicht tragbar sei, dass das Wandbild eines verurteilten Sexualstraftäters in Wien weiterhin präsent bleibt.

Die Entscheidung zur Übermalung wurde als Zeichen des Respekts gegenüber den Opfern interpretiert und stellt somit einen bedeutsamen Schritt dar. Die Stadt scheint sich nun auf einem klaren Kurs zu befinden, um der Aufforderung nach Veränderung und Respekt Rechnung zu tragen. Die Entwicklungen um das Wandgemälde in Mariahilf stehen in einer Reihe mit einer breiteren Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum und wie diese mit gesellschaftlichen Werten in Einklang gebracht werden kann. In Wien wird es spannend sein zu beobachten, wie sich diese Themen weiterentwickeln und welche Kunst künftig im öffentlichen Raum sichtbar sein wird.

Für weitere Informationen über die Hintergründe und aktuelle Entwicklungen ist der Artikel auf wien.orf.at zu finden.


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Quelle
wien.orf.at

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