Wasserschaden im Louvre: Historische Druckwerke in Gefahr!
Wasserschaden im Louvre gefährdet hunderte Druckwerke. Museumsdirektorin fordert dringende Modernisierung und mehr Sicherheitsmaßnahmen.

Wasserschaden im Louvre: Historische Druckwerke in Gefahr!
Der Louvre in Paris, eines der bedeutendsten Museen der Welt, sieht sich derzeit mit erheblichen Problemen konfrontiert, die die Sicherheit und den Erhalt seines wertvollen Kunst- und Kulturguts gefährden. Ende November 2025 wurde im Museum ein erheblicher Wasserschaden entdeckt, der zwischen 300 und 400 Druckwerken aus der Bibliothek zum ägyptischen Altertum Schaden zufügte. Diese Werke, die überwiegend Ägyptologie-Zeitschriften aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sowie wissenschaftliche Dokumentationen umfassen, sind beschädigt, jedoch nicht vollständig zerstört. Die Dokumente sollen getrocknet und zur Reparatur an einen Buchbinder geschickt werden.
Der Wasserschaden entstand durch die versehentliche Öffnung eines Ventils im hydraulischen Heiz- und Belüftungssystem des Museums. Dies ist nur der jüngste Vorfall, der die kritische Infrastruktur des Hauses in Frage stellt. Im Oktober ereignete sich zudem ein Diebstahl, bei dem mehrere Teile der französischen Kronjuwelen entwendet wurden, was den Druck auf die Museumsleitung, bestehende Sicherheitslücken zu schließen, weiter erhöhte.
Kritische Infrastruktur und Modernisierungsbedarf
In einem Bericht an das Kulturministerium warnt Laurence des Cars, die Präsidentin des Louvre, vor dem fortschreitenden Verfall des Weltmuseums. Sie nennt Mängel wie Wasserinfiltration, veraltete technische Anlagen und gefährliche Temperaturschwankungen, die die Erhaltung der Kunstwerke gefährden. Auch die Infrastruktur des Museums wird als unzureichend beschrieben; die Glaspyramide, die 1988 eingeweiht wurde, gilt mittlerweile als „strukturell überholt“. Zudem fehlen im Museum adäquate Entspannungs- und Gastronomiebereiche, und die sanitären Einrichtungen entsprechen nicht den internationalen Standards, so Tag24.
Angesichts der steigenden Besucherzahlen – vor der Covid-Krise zählte der Louvre jährlich rund zehn Millionen Besucher, 2024 waren es fast neun Millionen – fordert des Cars eine grundlegende Modernisierung des Museums. Diese sollte nicht nur einen neuen monumentalen Eingang beinhalten, sondern auch auf eine entlastende Infrastruktur für die überlasteten Bereiche abzielen. Schätzungen zufolge werden mindestens 100 Millionen Euro für diese Maßnahmen benötigt.
Überwachung und Sicherheit im Fokus
Um die Sicherheit seiner wertvollen Sammlungen zu erhöhen, kündigte die Museumsdirektorin die Errichtung einer mobilen Polizeiwache an. Zudem sollen bis Ende 2025 rund 100 neue Überwachungskameras im Museum installiert werden. Diese Maßnahmen sind vonnöten, um sowohl aktuelle Sicherheitsbedenken als auch die Herausforderungen durch die überfüllten Räumlichkeiten und die fortschreitende technische Veralterung zu adressieren.
Die laufenden Probleme und der kontinuierliche Verfall des Louvre werfen ein alarmierendes Licht auf den dringenden Handlungsbedarf im Umgang mit einem der weltweit bedeutendsten Kulturstätten. Dies wird nicht nur durch die aktuellen Ereignisse und Schäden untermauert, sondern auch durch die wiederholte Kritik hinsichtlich der baulichen Mängel und der unzureichenden Infrastruktur des Museums.