Vorarlberger Museum: Erinnern neu denken – Ein Blick in die Zukunft!

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Das Vorarlberg Museum thematisiert 2026 die Erinnerungskultur, Zwangsarbeit und plant neue Ausstellungen zur NS-Zeit.

Das Vorarlberg Museum thematisiert 2026 die Erinnerungskultur, Zwangsarbeit und plant neue Ausstellungen zur NS-Zeit.
Das Vorarlberg Museum thematisiert 2026 die Erinnerungskultur, Zwangsarbeit und plant neue Ausstellungen zur NS-Zeit.

Vorarlberger Museum: Erinnern neu denken – Ein Blick in die Zukunft!

Das Vorarlberg Museum plant für das Jahr 2026 eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Erinnerungskultur. Museumsdirektor Michael Kasper unterstreicht die zentrale Aufgabe des Museums als Ort des kollektiven Gedächtnisses und betont die Notwendigkeit, das Erinnern stetig zu hinterfragen. Im neuen Zukunftsbild 2030 wird Erinnerungskultur einen eigenständigen Fokus neben den Bereichen Digitalisierung, Sammlungsstrategie und neuen Vermittlungswegen erhalten, wie die Kleine Zeitung berichtet.

Ein einjähriges Projekt zur Erforschung der NS-Zwangsarbeit in Vorarlberg soll 2026 ins Leben gerufen werden. Das Projekt wird unter der Leitung von Kasper stehen und erhielt einen Auftrag vom Land Vorarlberg sowie den Vorarlberger Illwerken AG. Zwangsarbeit in der Region, die während der NS-Herrschaft von 1938 bis 1945 stattfand, betrifft etwa 20.000 ausländische Arbeitskräfte, viele von ihnen zwangsverpflichtet. Der spezifische Anteil der Zwangsarbeiter, die im Montafon an Wasserkraftprojekten arbeiteten, bleibt jedoch unklar. Weitere Details liefert die Erinnern Webseite.

Geplante Ausstellungen und Veranstaltungen

In den kommenden Jahren wird es mehrere Ausstellungen und Formate geben, um das lokale Gedächtnis zu fördern. Eine bereits realisierte Ausstellung, „Baustelle Erinnerung | Hitler entsorgen“, fand vom 9. Mai bis 29. August 2023 im Haus der Geschichte Österreich statt. Diese beschäftigte sich mit dem Umgang mit Objekten aus dem Nationalsozialismus, besonders solchen aus privaten Nachlässen. Eine Sammelstelle für die Bevölkerung wurde eingerichtet, um diese Gegenstände begutachten zu können.

Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung „Delphina und drei Deserteure“, die das Leben der Widerständlerin Delphina Burtscher thematisiert. Burtscher, geboren 1926 im Großen Walsertal, setzte sich während des Krieges für Deserteure ein und wurde bis zum Kriegsende interniert. Die Ausstellung wird von einer Graphic Novel begleitet, die jüngere Zielgruppen ansprechen soll und von 18. Juli 2026 bis 8. Februar 2027 geplant ist.

Dialog und Vernetzung im Fokus

Kasper hebt die Bedeutung von Dialog und Austausch hervor, weshalb die „Ghörige Stube*“ am 7. Februar 2026 eröffnet wird. Dieses öffentliche Wohnzimmer bietet Raum für Diskussionen und die Vernetzung von Interessierten. Zudem planen das Vorarlberger Landestheater ein Theaterstück für Schulen sowie die Ausstellung „Topografie der Erinnerung“ von Lukas Birk, die zwischen dem 18. April und 5. Juli 2026 stattfindet und den Zweiten Weltkrieg anhand von zehn Biografien beleuchtet.

Parallel zu diesen Projekten wird ein Interreg-Projekt zum Brauchtum des „Wintervertreibens“ im Bodenseeraum geplant. Die Vernetzungsinitiative „Museumsvernetzung Vorarlberg“ hat bereits begonnen, um Synergien zwischen den Museen zu fördern und den Austausch zu intensivieren. Obwohl für 2026 keine unmittelbaren Budgetkürzungen erwartet werden, besteht Bedarf an zusätzlichen finanziellen Mitteln.