Vielfalt der Dialekte: Universität im Dorf begeistert in Außervillgraten!

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Eine Veranstaltung zur Vielfalt der Osttiroler Dialekte findet am 29. und 30. November 2025 in Außervillgraten statt.

Eine Veranstaltung zur Vielfalt der Osttiroler Dialekte findet am 29. und 30. November 2025 in Außervillgraten statt.
Eine Veranstaltung zur Vielfalt der Osttiroler Dialekte findet am 29. und 30. November 2025 in Außervillgraten statt.

Vielfalt der Dialekte: Universität im Dorf begeistert in Außervillgraten!

Am 8. Dezember 2025 fand in Außervillgraten die jährliche Veranstaltung „Universität im Dorf“ statt, die sich auf die Vielfalt der Osttiroler Dialekte konzentrierte. Diese Veranstaltung hat sich seit 2001 zu einem festen Bestandteil des ersten Adventwochenendes entwickelt und bietet eine kostenlose Vortragsreihe, die von Wissenschaftler:innen und Expert:innen der Universität Innsbruck gestaltet wird. In diesem Jahr lag der Fokus auf der Sprache und ihrem Zugang, was die Bedeutung von Sprache als Mittel zur Förderung von Inklusion und sozialem Zusammenhalt unterstreicht. Dolomitenstadt berichtet, dass neben den Vorträgen auch Faktoren wie Social Media, Künstliche Intelligenz, Tourismus und die Vermischung von Dialekten thematisiert wurden.

Yvonne Kathrein, eine renommierte Forscherin am Institut für Germanistik, leitet seit 2016 das Tiroler Dialektarchiv und stellte den digitalen Sprachatlas vor, der den Vergleich von Dialektwörtern vereinfacht. Dabei wurde auch das osttirolerische Wort „Tottermandl“ für Alpensalamander ins Hochdeutsche übersetzt. Die Dialekte in Osttirol sind sehr alt und stark vom bairischen Einfluss sowie Siedlungsgeschichten geprägt, was sich unter anderem in slawischen Ortsnamen wie Amlach, Tristach und Assling widerspiegelt.

Kulturelle Teilhabe und generationaler Austausch

Die Veranstaltung konnte prominente Teilnehmer wie Bürgermeister Josef Mair und Vizerektorin Janette Walde begrüßen. Besonders erwähnenswert ist der 90-jährige Zuhörer Johann Perfler, der die kulturelle Verbindung zwischen den Generationen symbolisiert. Der Austausch über regionale Dialekte dient nicht nur der Bewahrung der Kultur, sondern unterstützt auch das Verständnis zwischen den verschiedenen Altersgruppen.

Parallel zur Veranstaltung hat das Tiroler Dialektarchiv eine neue Umfrage zur Wahrnehmung und Einschätzung von Tiroler Dialekten gestartet, die bis zum 6. Juli 2025 läuft. Die Umfrage erstellt ein umfassendes Bild über die gesellschaftliche und sprachliche Realität in Tirol. Als Anreiz für die Teilnahme wird ein Gewinnspiel angeboten, bei dem die neue Asterixübersetzung „Mander, ’s isch Zeit!“ von Markus Koschuh verlost wird. Tiroler Dialektarchiv ruft alle Musikkapellen und Dialektinteressierten auf, ihre Mundart aufzunehmen und zu dokumentieren.

Dialekte und ihre mediale Repräsentation

Im Kontext der Dialekte in Österreich ist auch eine aktuelle Masterarbeit von Interesse, die metapragmatische Aspekte der Darstellung österreichischer Dialekte in Printmedien untersucht. Diese Forschungsarbeit analysiert, wie Dialekte in verschiedenen Medien, darunter Qualitäts-, Gratis- und Boulevardzeitungen, dargestellt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Dialekte häufig mit romantisierenden oder folklorisierenden Vorstellungen assoziiert sind, aber auch negative Zuschreibungen erfahren können. Diese Beobachtungen bieten Einblicke in die gesellschaftlichen Wahrnehmungen und Einstellungen gegenüber Dialekten in Österreich. So werden in Boulevardmedien oft stereotype Darstellungen verwendet, während Qualitätsmedien subtilere Ansätze wählen, um Sprachideologien zu reflektieren.Utheses dokumentiert diesen Ansatz umfassend.

Insgesamt verdeutlicht die Veranstaltung und die begleitenden Studien, dass Sprache und Dialekte im heutigen Tirol durch eine Vielzahl von Einflüssen geformt werden und weiterhin eine zentrale Rolle in der Identität und Gemeinschaft der Region spielen.