
Petter Northug, der 13-fache norwegische Langlauf-Weltmeister, wird nicht für Österreich antreten. Dies wurde heute, am 3. April 2025, von der Österreichischen Skiverband (ÖSV)-Präsidentenkonferenz beschlossen, die sich einstimmig gegen einen Einstieg Northugs aussprach. Sportdirektor Mario Stecher erläuterte auf einer Pressekonferenz in Innsbruck, dass die Entwicklung eines „guten, jungen, aufstrebenden Teams“ Priorität habe. Herausforderungen für junge Sportler, sich zu entwickeln, seien ebenso unerlässlich.
Northug, der seit 2018 nicht mehr im Weltcup aktiv ist, hatte Kontakt zum ÖSV über einen möglichen Nationenwechsel aufgenommen. Dies geschah durch einen ehemaligen ÖSV-Biathlontrainer. Um für Österreich bei den Olympischen Spielen 2026 und der Weltmeisterschaft 2027 anzutreten, wäre die Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft eine Voraussetzung gewesen, was laut Stecher jedoch als schwierig bis unmöglich eingestuft wurde.
Northugs Skandalhafte Vergangenheit
Die Rückkehr des ehemaligen Langlauf-Stars steht zudem im Schatten seiner skandalösen Vergangenheit. Northug war in mehrere Vorfälle verwickelt, darunter Drogenbesitz und Geschwindigkeitsüberschreitungen. Zuletzt erhielt er im Dezember 2020 eine Haftstrafe von sieben Monaten. Diese Vorgeschichte sorgt bei Funktionären des ÖSV für zusätzliche Bedenken. Laut ÖSV-Langlaufchef Alois Stadlober und dem Topathleten Mika Vermeulen sind die Risiken bezüglich Northugs Engagement nicht zu unterschätzen.
Obwohl Northug an den norwegischen Meisterschaften teilnehmen konnte, führte sein Platz acht dort zu einem Rückschlag für seine Hoffnungen auf eine Rückkehr in den Nationalkader. Aufgrund der intensiven Konkurrenz im norwegischen Langlaufverband sieht er sich kaum in der Lage, nochmals für Norwegen zu starten. Dies könnte einen weiteren Anreiz für ihn darstellen, seinen Fokus auf Österreich zu richten.
Dopingskandale im Langlauf
Die Diskussion rund um Northug wirft auch Fragen zu den längerfristigen Herausforderungen im Langlauf auf. Der Sport hat in den letzten Jahrzehnten mit zahlreichen Dopingskandalen zu kämpfen gehabt, die das Vertrauen in die Fairness der Wettkämpfe erschüttert haben. Bereits 1985 fielen zum ersten Mal Verdachtsmomente auf, als italienische Langläufer bei der WM in Seefeld unerwartet triumphierten.
Die Ermittlungen bei verschiedenen Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen haben immer wieder aufgezeigt, dass Dopingpraktiken in der Vergangenheit weit verbreitet waren. Der Fall Johan Mühlegg, der bei den Olympischen Spielen 2002 des Dopings überführt wurde, sowie zahlreiche andere Enthüllungen aus der Vergangenheit, bei denen Athleten wie Achim Walcher betroffen waren, zeigen die Dunkelziffer in diesem Sport. Der ÖSV hat auch eine „Fehleinschätzung“ im Fall von Trainer Walter Mayer zugegeben, was zur Skepsis gegenüber neuen Athleten wie Northug beiträgt.
Insgesamt sieht sich Northug in einer schwierigen Lage zwischen dem Wunsch, ein Comeback zu feiern, und den Bedenken bezüglich seiner Vergangenheit und der komplexen Regeln des internationalen Wettbewerbs. Ein möglicher Nationenwechsel zu Österreich bleibt somit aufgrund der hohen Hürden und der Vorbehalte der Verantwortlichen ungewiss.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Artikel von Laola1, Bazonline und NZZ lesen.
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