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Der schockierende Bericht über die Gräueltaten in syrischen Gefängnissen erlangte durch die Aussagen von Farid al-Madhan, bekannt als „Caesar“, neue Bekanntheit. Der ehemalige Militärfotograf gab sich zwei Monate nach dem Sturz von Bashar al-Assad zu erkennen und enthüllte im Interview mit Al-Jazeera, dass er als Leiter der Abteilung für forensische Beweise in Damaskus tätig war. In seiner Funktion dokumentierte er die massenhafte Folter und Tötung von Gefangenen, die er in über 55.000 Fotos festhielt und zur Dokumentation von Verbrechen gegen die Menschlichkeit außer Landes schmuggelte, wie Krone.at berichtete.
Folgenschwere Dokumentation der Brutalität
Die erschreckenden Fotos von „Caesar“ führten zur Verabschiedung des sogenannten „Caesar-Gesetzes“ in den USA, das 2020 Sanktionen gegen Assad und seine Unterstützer verhängte. In einem weiteren dramatischen Bericht von Amnesty International wird aufgezeigt, dass in syrischen Gefängnissen seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 über 17.700 Häftlinge ums Leben kamen. Die Organisation deckte schwere Menschenrechtsverletzungen auf und forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf das syrische Regime auszuüben, um die sofortige Freilassung gewaltloser politischer Gefangener zu erwirken und die Folter zu beenden. Überlebende berichteten von grausamen Bedingungen, denen sie ausgesetzt waren, einschließlich brutaler Misshandlungen und Folterungen, wie Zeit.de dokumentierte.
Die Erzählungen zeigen, dass das Regime systematisch und mit großer Brutalität gegen alle vorgeht, die als Bedrohung wahrgenommen werden. Gefangene wurden „wie Tiere“ behandelt und mussten mit Leichnamen in überfüllten Zellen übernachten. „Jeder Wärter schnappte sich einen und verprügelte ihn“, berichteten Überlebende. Amnesty International beziffert die durchschnittliche Zahl der Toten pro Monat auf 300, was wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs ist, da viele in der Dunkelheit der Haftanstalten verschwunden sind.
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