Im Jänner 2024 wurde Sandra Larnhof aus Tschurndorf mit einer Diagnose konfrontiert, die ihr Leben für immer veränderte: Brustkrebs. Mit 31 Jahren hatte sie bis dahin ein erfülltes Leben geführt, geprägt von einem gesunden Lebensstil, sozialen Kontakten und einer stabilen Ehe, jedoch ohne familiäre Vorbelastungen bezüglich Brustkrebs. Die Krankheit kam für sie völlig unerwartet. Ein anfängliches Ziehen in der Brust, das sie zunächst auf einen Muskelkater zurückführte, führte nach einigen Wochen zu den ersten Untersuchungen, die die erschütternde Diagnose bestätigten.
„Ich war komplett verkrampft und dachte mir: Was passiert da gerade? Ich bin viel zu jung für Brustkrebs“, beschreibt Sandra den Moment der Diagnose. Ihre größte Sorge war, dass sie selbst etwas falsch gemacht hatte, und sie erinnerte sich daran, nie zur Selbstuntersuchung geschritten zu sein, aus der irrigen Überzeugung, dass Laien nichts erkennen könnten. Sie lernte schnell, dass es keine Schuld zu tragen gibt; manchmal verändern sich Zellen und daraus entsteht Krebs, ohne dass man einen Grund dafür finden kann.
Der Umgang mit der Diagnose
Die Situation entwickelte sich schnell weiter. Neben der Brustkrebs-Diagnose wurde Sandra auf die Möglichkeit einer Eizellentnahme aufmerksam gemacht, um ihre Fruchtbarkeit vor den Auswirkungen einer Chemotherapie zu schützen. Die Idee dazu kam von ihrer Schwester, die bereits in der frühen Phase der Diagnosestellung bei Sandra war. Die Vorbereitung auf die Eizellentnahme umfasste hormonelle Behandlungen und schließlich die Entnahme von elf Eizellen, um sicherzustellen, dass Sandra und ihr Mann Jan später einen Kinderwunsch umsetzen konnten. „Wir haben unbefruchtete Eizellen eingefroren, falls es später zu familiären Veränderungen kommt“, erläutert sie.
Nach der Eizellentnahme folgte die Chemotherapie, die Sandra achtmal im Abstand von drei Wochen durchlaufen musste. Die körperlichen Nebenwirkungen waren immens. Übelkeit und erhebliche Schmerzen, etwa im Mund- und Nackenbereich, prägten ihre Erfahrung. Sandra schildert, dass sie mit einem ständigen Kribbeln in den Fingerspitzen und Zehen zu kämpfen hatte und oft von bleierner Müdigkeit gezeichnet war. Ein Lichtblick war die Unterstützung von ganzheitlichen Medizinerinnen, die ihr mit speziellen Therapien zur Seite standen.
Bewältigung der Herausforderungen
Ein besonders emotionales Kapitel war der Haarausfall, der nach der zweiten Chemotherapie einsetzte. Um diesen Abschnitt in Sandras Leben zu bewältigen, organisierten sie und ihre Angehörigen eine kleine Zeremonie, bei der ihr die Haare rasiert wurden. „Wir haben das als etwas Positives gesehen und sogar zusammen gefeiert“, erzählt sie. Obwohl der Schmerz über den Verlust der Wimpern und Augenbrauen auch ein schwerer Schlag war, fand Sandra ihren Weg, damit umzugehen, unter anderem durch das Tragen von besonderen Ohrringen, während sie schließlich auch ihre Glatze stolz zur Schau stellte.
Die Unterstützung ihrer Familie und Freunde spielte eine zentrale Rolle. „Gemeinsame Ausflüge und schöne Erlebnisse halfen uns, die düstere Zeit aufzuhellen“, bemerkt sie. Der kreative Umgang mit der Chemotherapie, etwa das dekorieren der Infusionsbeutel mit bunten Stickern, brachte Freude in einen ansonsten schweren Alltag.
Besonders dankbar ist Sandra auch für die Hilfe der Burgenländischen Krebshilfe, die sie während dieser Herausforderungen beratend begleitete. Durch spezielle Programme wie „Feel Again“ konnte sie lernen, sich nach den gravierenden Veränderungen ihres Körpers neu zu schminken und ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln.
„In dieser schweren Zeit habe ich vieles gelernt und schätze nun die kleinen Dinge im Leben viel mehr“, reflektiert Sandra, während sie andere dazu ermutigt, niemals aufzugeben. „Auch wenn der Weg steinig ist, – behalte dein Ziel im Blick und lass dich nicht unterkriegen. Du schaffst das!“ Diese Botschaft sendet sie an alle, die ähnliche Herausforderungen erleben.
Die Geschichten von Sandra und anderen Betroffenen können inspirieren und Mut machen. Weitere Informationen zur Unterstützung bieten die Burgenländische Krebshilfe sowie spezifische Programme zur Patientenbegleitung. Wer mehr erfahren möchte, kann sich auf den jeweiligen Webseiten umsehen: Krebshilfe Burgenland oder Feel Again und speziell rund um das Thema Kinderwunsch, Kinderwunsch Burgenland.
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