Al-Fashir: 26.000 Flüchtlinge vor Gräueltaten im Sudan geflohen!
Aktuelle Berichte über die dramatische Lage im Sudan: Über 26.000 Flüchtlinge, eskalierende Gewalt und internationale Reaktionen.

Al-Fashir: 26.000 Flüchtlinge vor Gräueltaten im Sudan geflohen!
Im Sudan haben sich die humanitäre Krise und die Gewalt in den letzten Wochen weiter verschärft. Nach der Eroberung der Stadt Al-Fashir im westsudanesischen Darfur sind mehr als 26.000 Menschen in ein Flüchtlingslager geflohen, das etwa 60 Kilometer von der Stadt entfernt liegt. Jenes Lager ist mittlerweile überfüllt, und die Flüchtenden berichten von willkürlicher Gewalt, Morden und Hinrichtungen, wobei besonders Menschen mit Behinderungen betroffen sind. Viele der Flüchtlinge konnten nicht entkommen, weil sie zu schwach oder auf andere Weise nicht in der Lage waren.
Die sudanesische Armee hat die paramilitärische RSF-Miliz beschuldigt, über 2.000 unbewaffnete Zivilisten exekutiert zu haben, darunter viele Frauen, Kinder und ältere Personen. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines seit April 2023 andauernden Bürgerkriegs zwischen den Streitkräften der Sudanese Armed Forces (SAF) und der RSF, die ihre Kontrolle über die Region Darfur gefestigt hat. Der Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan bestätigte kürzlich den Rückzug seiner Truppen aus Al-Fashir und kündigte an, „Rache zu nehmen“.
Internationale Reaktionen und humanitäre Lage
Die Situation hat internationale Besorgnis ausgelöst. Die Europäische Union, die Afrikanische Union und der UNO-Generalsekretär António Guterres haben ein Ende der Kämpfe gefordert und Verhandlungen zwischen der RSF und den sudanesischen Streitkräften gefordert. Besonders der UNO-Menschenrechtskommissar warnte vor dem Risiko weiterer ethnisch motivierter Gräueltaten in Al-Fashir.
Die humanitäre Lage im Sudan ist katastrophal. Rund 260.000 Zivilisten in Al-Fashir sind ohne Zugang zu humanitärer Hilfe festsitzen. Schätzungen zufolge könnten bis zu 150.000 Menschen in diesem Konflikt gestorben sein, und mehr als 12 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Etwa 26 Millionen, das ist rund die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung, leiden unter Hungerzuständen.
Die gefährlichen Bedingungen für Retter sind ebenfalls alarmierend. In jüngster Zeit wurden fünf Freiwillige des Roten Halbmonds bei einem Einsatz getötet, während drei weitere vermisst werden. Seit Beginn der Kämpfe im Jahr 2023 haben bereits 21 Mitarbeiter des Roten Halbmonds ihr Leben verloren.
Historischer Hintergrund
Um die gegenwärtige Krise zu verstehen, ist auch die lange Geschichte des Sudans relevant. Das Land liegt in Nordostafrika und umfasst eine Fläche von etwa 1.886.068 Quadratkilometern, was es zum drittgrößten Land Afrikas macht. Die Bevölkerung wird auf ungefähr 50 Millionen Menschen geschätzt, von denen mehr als 97% Muslime sind. Sudan hat als ehemaliges Kolonialland, das 1956 unabhängig wurde, eine wechselvolle Geschichte durchlebt, die von Kriegen und ethnischen Spannungen geprägt ist.
Das wichtigste politische Ereignis in jüngster Zeit war die Absetzung des langjährigen Präsidenten Omar al-Bashir im Jahr 2019, was zu einem Übergangsregime führte. Doch der Frieden blieb brüchig, und der aktuelle Bürgerkrieg zwischen den SAF und der RSF ist eine direkte Folge dieser instabilen politischen Landschaft. Die RSF, die ihren Ursprung in den Janjaweed-Milizen hat, die während des Darfur-Konflikts gegründet wurden, hat sich zur größten Bedrohung für die Zivilbevölkerung entwickelt, während die regulären Streitkräfte versuchen, ihre Kontrolle über die Hauptstadt Khartum zu behaupten.
Die mittel- bis langfristigen Auswirkungen des Bürgerkriegs sind schwerwiegend, da Sudan von weiteren Konflikten und humanitären Krisen bedroht ist, während die Bevölkerung weiterhin mit den Folgen von Hunger und Gewalt kämpft. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, eine Lösung für das Land zu finden, um humanitäre Hilfe zu leisten und den Frieden wiederherzustellen.
Für mehr Informationen über die Situation im Sudan besuchen Sie bitte die Artikel von Vienna.at, Wikipedia und Britannica.