Fast Fashion als Klimakiller: NGOs fordern Umdenken zum Black Friday!
Am 26.11.2025 kündigten NGOs in Wien an, die gefährlichen Folgen von Fast Fashion am Black Friday zu thematisieren.

Fast Fashion als Klimakiller: NGOs fordern Umdenken zum Black Friday!
Am 26. November 2025 veranstalten die Umweltorganisationen Global 2000, Caritas und Volkshilfe Wien anlässlich des Black Friday einen Aktionstag in Wien. Ziel dieser Initiative ist es, die Öffentlichkeit auf die gravierenden ökologischen und gesundheitlichen Schäden durch Billigmode und Wegwerfmode aufmerksam zu machen. Die NGOs sehen Fast Fashion als brandbeschleunigenden Faktor in der Klimakrise. Bei der Aktion wird eine Erdkugel symbolisch präsentiert, die in einem Berg aus Textilmüll versinkt, was die alarmierende Situation veranschaulichen soll. Viele Kleidungsstücke, die zu günstigen Preisen angeboten werden, werden oft unüberlegt gekauft und schnell entsorgt.
Anna Leitner von Global 2000 berichtete über einen Test mit 20 Kleidungsstücken bekannter Fast Fashion-Marken wie Temu und Shein. Erschreckenderweise konnten sieben dieser Produkte als gesundheitsgefährdend eingestuft werden, darunter ein Shein-Winterstiefel, der eine erhöhte Bleikonzentration in der Sohle aufwies. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Risiken, die mit dem Kauf von Billigmode verbunden sind.
Bewusster Konsum und Second Hand
Die NGOs empfehlen einen bewussteren Konsum von Kleidung und raten dazu, verstärkt Second Hand-Mode zu kaufen. Oliver Türkoglu von der Caritas ermutigt Skeptiker, das Einkaufen von Second Hand auszuprobieren, da das nachhaltigste Kleidungsstück nicht neu produziert werden muss. Der Markt für gebrauchte Kleidung wächst rasant, mit einem jährlichen Wachstum von etwa 16 Prozent. Schätzungen zufolge könnte dieser Sektor bis 2025 rund 184 Milliarden Euro umsetzen, wobei zwei Drittel der Generation Z bereits gebrauchte Kleidung gekauft haben.
Die Fast Fashion-Industrie hat jedoch auch eine dunklere Seite. Innerhalb von nur zwei Wochen werden neue Kleidungsstücke entworfen, produziert und in Geschäfte ausgeliefert. Dies führt nicht nur zu einer enormen Umweltverschmutzung, sondern auch zu prekären Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Gerade einmal weniger als 1% der produzierten Kleidung wird wiederverwertet. In Europa landen jedes Jahr vier Millionen Tonnen Textilien im Müll, was die negative Umweltbilanz der Branche verdeutlicht.
Die Folgen der Wegwerfgesellschaft
Die Textilindustrie hat die zweitschlechteste Umweltbilanz aller Branchen, und die Chemikalien, die bei der Produktion verwendet werden, verschmutzen nicht nur die Umwelt, sondern können auch Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Viele Textilien, die gesammelt werden, können nicht mehr weiterverkauft werden, was zu verstopften Altkleidercontainern führt. Um der Wegwerfmentalität entgegenzuwirken, sollten Verbraucher bei jedem Kauf überlegen, ob das Kleidungsstück wirklich benötigt wird.
Bevorzugte Alternativen sind das Tauschen von Kleidung im Freundeskreis oder das Kreativstyling bereits vorhandener Stücke. In Anbetracht der Umweltauswirkungen des Online-Handels merkt Matilda Lidfeldt an, dass der Transport von Kleidungsstücken bis zu 10 Prozent des Klima-Impacts eines Kleidungsstücks ausmachen kann. Es gilt also, den Klima-Impact der Modeindustrie insgesamt zu reduzieren, indem die Produktion neuer Kleidung verringert wird.
Insgesamt zeigt der Aktionstag in Wien einen wichtigen Schritt in Richtung Bewusstseinsbildung über die gravierenden Folgen der Fast Fashion-Industrie. Die Kombination aus Aufklärung, praktikablen Alternativen und einem klaren Aufruf zur Reduktion des Konsums könnte entscheidend für ein nachhaltigeres Modeverhalten sein.
Für weitere Informationen zu dieser Thematik können Sie die Berichterstattung von oe24, SRF und MDR nutzen.