Wien zeigt Solidarität: Hilfslieferungen für die Ukraine gehen weiter!
Olena Selenska besucht Wien, Austausch über Hilfslieferungen und Ukraine-Wiederaufbau. Bürgermeister Ludwig stärkt die Solidarität.

Wien zeigt Solidarität: Hilfslieferungen für die Ukraine gehen weiter!
Am 16. Juni 2025 besuchte Olena Selenska, die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Wien. Begleitet wurde sie von Doris Schmidauer, der Ehefrau des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen. Bürgermeister Michael Ludwig empfing Selenska und eröffnete den Dialog über den Wiederaufbau der Ukraine, insbesondere im Bereich des öffentlichen Verkehrs, anlässlich ihres Besuchs in der Stadt.
Die Veranstaltung beinhaltete eine Besichtigung des U5xU2-Infocenters, das den Fokus auf Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr legt. Ludwig bekräftigte die anhaltende Solidarität Wiens mit der ukrainischen Bevölkerung, die seit dem Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 konstant zeigte. Seit diesem Zeitpunkt hat Wien insgesamt 72 Lkws mit über 400 Tonnen Hilfsgütern in die Ukraine entsandt, wobei der aktuelle Schwerpunkt auf der Unterstützung ukrainischer Krankenhäuser liegt.
Aktuelle Hilfslieferungen
In der letzten Woche wurden mehrere Lkw-Lieferungen realisiert: Am 11. Juni wurden 2,4 Tonnen Möbel und medizinische Geräte nach Kiew geschickt. Einen Tag später wurden zwei Lkw mit Spitalsbetten und Matratzen nach Irpin und Riwne geliefert. Am 13. Juni folgten weitere 5,8 Tonnen mit medizinischen Materialien zurück nach Kiew.
Die prekäre Lage in der medizinischen Versorgung der Ukraine ist nach den Zerstörungen durch den Krieg alarmierend. Im Jahr 2025 hat Wien bereits six Lkws mit insgesamt 25 Tonnen Hilfsgütern transportiert. Eine Einschränkung ergibt sich durch die Sicherheitslage, die die Zielorte auf die westlichen Städte Irpin, Kiew, Rivne und Podilsk/Odessa beschränkt.
Zusätzlich zu den Hilfslieferungen leistet Wien auch finanzielle Unterstützung, inklusive 50.000 Euro an die Southeast European Cooperative Initiative (SECI), um die Infrastruktur im Gesundheits- und Sozialbereich wiederherzustellen.
Wiederaufbaupläne für die Ukraine
Die ukrainische Regierung hat ehrgeizige Pläne für den Wiederaufbau ihres Landes formuliert. Geplant sind insgesamt 850 Projekte in den nächsten zehn Jahren, die unter dem Leitprinzip „build back better“ stehen. Die Maßnahmen sollen sofortig beginnen und schrittweise beschleunigt werden, mit dem Ziel, umfassende Reformen zur Modernisierung der Ukraine durchzuführen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Reparatur von Wohnhäusern, der Wiederherstellung der Gesundheitsversorgung und der Infrastruktur.
Die Unterstützung von internationalen Finanzinstitutionen ist entscheidend für diese Vorhaben. Die EU hat für 2024–2027 die Ukraine-Fazilität mit bis zu 50 Milliarden Euro bereitgestellt, während die EBRD bereits 3 Milliarden Euro an Finanzhilfe geleistet hat. Ferner hat die Weltbank 47 Milliarden USD mobilisiert, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Ein weiteres Ziel ist die Förderung privater Investitionen, welche als entscheidend für den wirtschaftlichen Wiederaufbau gelten.
Internationale Unterstützung und Herausforderungen
Währenddessen wird die militärische Sicherheit der Ukraine weiterhin als höchste Priorität betrachtet. Ein Fachgespräch des Europaausschusses am 11. Juni 2024 stellte fest, dass internationale Unterstützung für die ukrainische Verteidigung dringend erforderlich ist. Die Abgeordneten forderten eine stärkere militärische Unterstützung, insbesondere in Form von Luftabwehrsystemen.
Der Bedarf an schnellerer Lieferung großer Waffensysteme wurde deutlich angesprochen, da die jüngsten russischen Angriffe erheblichen Schaden an der Infrastruktur der Ukraine angerichtet haben. Gleichzeitig muss das Land weiterhin gegen Korruption kämpfen, um ein attraktives Umfeld für ausländische Investoren zu schaffen und seine Rechtsstaatlichkeit zu stärken.
Die Ukraine befindet sich an einem kritischen Wendepunkt, an dem die internationale Gemeinschaft gefordert ist, sowohl in der militärischen als auch in der wirtschaftlichen Unterstützung zu handeln. Angesichts der proaktiven Ansätze Wiens und der EU-Politik ist die Basis für einen künftigen Wiederaufbau und eine nachhaltige Stabilisierung gelegt.
Weitere Informationen über den aktuellen Stand und die Unterstützung können auf den Webseiten Wien.gv.at, WKO und Bundestag.de abgerufen werden.