Drei Konzerne dominieren Saatgutmarkt – Gefahr für unsere Ernährung!
Drei Konzerne kontrollieren über 50% des globalen Saatgutmarktes, was die Ernährungssicherheit und Vielfalt gefährdet.

Drei Konzerne dominieren Saatgutmarkt – Gefahr für unsere Ernährung!
Am Welternährungstag, dem 16. Oktober, möchte ARCHE NOAH auf eine besorgniserregende Entwicklung im globalen Saatgutmarkt aufmerksam machen: Drei multinationale Konzerne – Bayer, Corteva und Syngenta – kontrollieren mehr als die Hälfte des weltweiten Saatgutmarkts, der sich auf schätzungsweise 45 bis 50 Milliarden US-Dollar beläuft. Diese Konzentration hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen und beeinflusst die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion erheblich.Oekonews berichtet, dass 52 % des Marktes von diesen Konzernen kontrolliert werden, wobei Bayer allein 23 % hält. Diese Unternehmen sind ebenfalls führend im Pestizidgeschäft und verwalten nahezu zwei Drittel dieses Marktes, was einen Wert von 196 Milliarden US-Dollar erreicht.
Die Bedeutung der Kontrolle über Saatgut wird von Experten als kritisch für die Ernährungssicherheit eingestuft. Magdalena Prieler, eine Fachfrau für Saatgutpolitik, hob hervor, dass oligopolistische Strukturen in der Landwirtschaft die Diversität und die Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen des Klimawandels gefährden. Ein Bericht der ETC Group stellt fest, dass die Konzernkonzentration in wichtigen landwirtschaftlichen Sektoren, wie Saatgut, Pestiziden und Düngemitteln, überwältigend zugenommen hat.
Folgen der Marktkonzentration
Die Dominanz dieser wenigen Unternehmen hat weitreichende Konsequenzen. Es wird berichtet, dass die fünf größten Unternehmen in der EU 95 % des Gemüsesaatgutmarktes kontrollieren und zusammen 75 % des Maissaatanteils halten.Public Eye dokumentiert, dass diese Konzentration auch zur Reduktion der Artenvielfalt führt, die in den letzten 100 Jahren um 75 % zurückgegangen ist. Kleinere Saatgutunternehmen sind vom Markt verschwunden, während der Preis für Baumwollsamen, insbesondere nach der Einführung gentechnisch veränderter Sorten, erheblich gestiegen ist.
Diese Entwicklung birgt nicht nur Risiken für die globalen Märkte, sondern auch für die lokal angepasste Pflanzenzüchtung. Mit dem neuen EU-Saatgutrecht könnten bäuerliche Saatgut-Systeme stark eingeschränkt werden, was zur Belastung lokaler Produzenten führen könnte. Die österreichische Landwirtschaft ist besonders betroffen, da sie auf regionale Lösungen angewiesen ist, die von multinationalen Konzernen oft nicht abgedeckt werden.DW hebt hervor, dass ein Rückgang der genetischen Vielfalt zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber klimatischen Herausforderungen führt.
Handlungsbedarf ist gefragt
Das Thema Saatgut und Agrarpolitik erfordert dringend politische Aufmerksamkeit. Prieler weist auf die Mängel in der politischen Gestaltung hin, die wenig Interesse an einer österreichischen Saatgut-Souveränität zeigen. Dies begünstigt die Abhängigkeit von internationalen Großkonzernen und macht die Landwirtschaft anfälliger für globale Preisschwankungen. Laut Berichten zeichnen sich düstere Aussichten für eine künftige Marktvielfalt in Europa ab, wenn die Patentierung von Pflanzeigenschaften weiterhin zunimmt und die Grundlagen für neue Sorten in den Händen weniger Konzerne liegen.
Die aktuelle Situation erfordert ein Umdenken in der Landwirtschaftspolitik, um die Vielfalt auf dem Markt sowie auf unseren Tellern zu sichern. Organisationen und Bewegungen, die sich für Ernährungssouveränität einsetzen, fordern eine Rückbesinnung auf lokale Saatgutnetzwerke und eine Reformierung der Gesetze, die den freien Austausch von Saatgut fördern und so die Kontrolle durch große Agrarkonzerne verringern können.