Wehrpflicht im Fokus: Vorarlberger Jugendliche sprechen sich klar aus!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Am Nationalfeiertag diskutieren Vorarlberger über Wehrpflicht, Zivildienst und Geschlechtergleichstellung in Österreich.

Am Nationalfeiertag diskutieren Vorarlberger über Wehrpflicht, Zivildienst und Geschlechtergleichstellung in Österreich.
Am Nationalfeiertag diskutieren Vorarlberger über Wehrpflicht, Zivildienst und Geschlechtergleichstellung in Österreich.

Wehrpflicht im Fokus: Vorarlberger Jugendliche sprechen sich klar aus!

Am heutigen Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 2025, steht die Diskussion um Heimat, Zusammenhalt und den Dienst fürs Land im Mittelpunkt. Eine aktuelle Umfrage unter jungen Vorarlbergern beleuchtet deren Einstellungen zur Wehrpflicht und den Zivildienst. Laut VOL.AT äußern die Befragten teils kontroverse Meinungen zur Notwendigkeit einer Wehrpflicht, insbesondere in Anbetracht der Gleichstellung von Frauen und Männern.

Pia, 18 Jahre alt aus Dornbirn, sieht die Wehrpflicht als sinnvoll für Männer, findet jedoch, dass Frauen freiwillig teilnehmen sollten. Ihre Bedenken richten sich auch gegen die Entlohnung im Zivildienst, die sie als zu niedrig empfindet. Für eine militärische Karriere kann sie sich nicht begeistern. Jakob, 19 Jahre alt aus Wolfurt, hat positive Erfahrungen mit seinem Zivildienst gemacht und beschreibt ihn als passend für sich. Maria, 21, kritisiert die Ungerechtigkeit, dass nur Männer den Wehrdienst leisten müssen, obwohl sie selbst keinen Kampf erleben möchte.

Haushaltsdebatte über Zivildienst und Wehrpflicht

Die Debatte um den Zivildienst ist nicht nur in Österreich präsent. Nach der Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes in Deutschland im Jahr 2011 zeigt sich, dass die Meldungen für freiwillige Dienste stark gesunken sind. Im Jahr 2024 meldeten sich nur 31.685 junge Menschen für den Bundesfreiwilligendienst, während das Freiwillige Soziale Jahr 63.800 Teilnehmer hatte, wie Tagesschau berichtet.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hat angedeutet, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt werden könnte, falls nicht genügend Rekruten freiwillig bereitstehen. Jedoch gibt es viele Kritiker solcher Pläne: Willem Heins vom Sozialen Friedensdienst weist darauf hin, dass ein neuer Zivildienst aufgrund des Zwangscharakters nicht förderlich wäre und fordert stattdessen eine Stärkung der Freiwilligendienste. Der Vorstand des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bezeichnet die Idee als veraltet und warnt vor einem Mangel an Infrastruktur zur Integration unmotivierter Zivildienstleistender.

Gesellschaftsjahr und seine Herausforderungen

In Deutschland fordern die Grünen ein „geschlechterübergreifendes, verpflichtendes Gesellschaftsjahr“ für Menschen unter 29 Jahren, welches auf dem Bundesparteitag im November diskutiert werden soll, wie Deutschlandfunk berichtet. Dieses Konzept könnte junge Menschen dazu anregen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv in sozialen oder ökologischen Projekten mitzuarbeiten, jedoch gibt es auch hier viel Widerstand seitens von Jugendorganisationen und Experten.

Kritiker fordern mehr Dialog mit den jungen Generationen und mahnen eine Reform vor dem Hintergrund der Verfassungsrealitäten an. Eine solche Reform würde eine Grundgesetzänderung erfordern, was als gegenwärtig unrealistisch gilt. Die Debatte um die Wehrpflicht wird somit weiterhin von intensiven Diskussionen über die richtige Balance zwischen Pflicht und Freiwilligkeit dominiert, was auch die jungen Vorarlberger in ihren Antworten widerspiegeln.