Teufelssagen der Pfalz: Wie ein Glaube zur Legende wurde!
Erfahren Sie, wie die Teufelssage vom Hambacher Schloss den Namen „Pfalz“ prägte und die Region mit Mythen bereichert.
Teufelssagen der Pfalz: Wie ein Glaube zur Legende wurde!
Ein teuflisches Angebot für den Namen „Pfalz“! Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt gelangte die Geschichte zu uns, wie Jesus Christus und der Fürst der Dunkelheit in einen mysteriösen Austausch kamen. Laut der berühmten Teufelssage, die aus der Sammlung „Pfälzer Sagen“ von Friedrich Willhelm Hebel stammt, soll Jesus beim Anblick der malerischen Rebenlandschaft ausgerufen haben: „Hier ist’s schön!“. Doch der Teufel ließ nicht lange auf sich warten und präsentierte ihm ein verlockendes Angebot: das Pfälzerland – jedoch mit dem Preis, sich dem Teufel zu unterwerfen!
Die spannende Erzählung beschreibt, wie Jesus mit lautem Donnerstimmen ablehnte und der Teufel mit gebrochenem Geist davonflog. So entstand der Name „Palz“, mit der ewigen Frage, ob es wirklich mehrere Versionen dieser Sage gibt. Historiker berichten, dass ähnliche Geschichten über die Jahrhunderte in den heimischen Stuben und am Kamin weitergegeben wurden, ob mündlich oder nicht. „Die Überlieferungen sind Teil unserer Erzählkultur“, erklärt Barbara Schmidt vom Institut für pfälzische Geschichte.
Teufelssagen: Ein Blick in die Vergangenheit
Doch das Hambacher Schloss ist nicht das einzige „Teufelsparadies“ in der Gegend! In Lambrecht stoßen wir auf gleich zwei mysteriöse Teufelsfelsen. Klaus Liebrich vom Pfälzerwald-Verein erzählt, dass der Teufel einst half, eine Kirche zu bauen und nur entgeistert die Steine fallen ließ, als er das Kreuz erblickte. Diese Sagen spiegeln nicht nur beängstigende Mythen wider, sondern machten auch auf die Gefahr der unerschlossenen Wildnis aufmerksam – eine klare Warnung für Nachfolger!
Teufelsmythen waren demnach nicht nur spannend, sondern auch praktisch, um andere vor gefährlichen Orten im Pfälzerwald zu warnen. Ein weiterer faszinierender Brauch rund um die Teufelsfelsen: Jungen Paare, die diesen Ort besuchten, mussten danach heiraten. Diese Tradition hat der Sandsteintreppe den Namen „Hochzeitstreppe“ eingebracht. Bei einem weiteren rätselhaften „Teufelsort“ im Landkreis Südliche Weinstraße, bekannt als die Teufelskehl, bleibt die ursprüngliche Legende heute vollends im Dunkeln verborgen.