Sturm der Talente: Schülerprojekte verzaubern das Kurhaus Tölz!
Im Tölzer Kurhaus inszeniert die Gab Stage Company Shakespeares "Der Sturm" mit über 100 Schülern. Ein beeindruckendes Kunst- und Pädagogik-Projekt.
Sturm der Talente: Schülerprojekte verzaubern das Kurhaus Tölz!
Ein aufregendes Spektakel hat sich im Tölzer Kurhaus entfaltet, als die Gab Stage Company ihr neuestes Projekt, Shakespeares „Der Sturm“, auf die Bühne brachte. Die Inszenierung, die auf eine kreative Weise die klassischen Fragestellungen von Macht und Rache thematisiert, zog die Zuschauer in ihren Bann. Mit einer packenden Choreografie und einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung wurde der Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Es war ein Moment, in dem die Atmosphäre im Saal von Aufregung und Vorfreude geprägt war. Die Darsteller traten in Schwarz aufs Podium, barfuß und ohne sichtbare Regungen in ihren Gesichtern, und schufen so eine mystische Stimmung. Bevor die eigentliche Handlung begann, überkam das Publikum eine Stille, die gespannt auf den bevorstehenden Sturm wartete. Dann brach der erste Akt mit einem furiosen Tanz aus, der den gewaltigen Sturm und die damit einhergehenden Emotionen eindrucksvoll darstellte.
Das Ensemble und der kreative Prozess
Bei diesem Projekt haben sich nahezu hundert Schülerinnen und Schüler des Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums zusammengetan, um unter der Leitung von acht engagierten Lehrkräften zu glänzen. Hier wird nicht nur Theater gespielt, sondern es wird gemeinsam an etwas Größerem gearbeitet. Der Erfolg ist nicht nur das Ergebnis des schauspielerischen Talents, sondern auch das Resultat harter Arbeit und Teamgeistes, die viele Monate in Anspruch nahm. Das Publikum konnte spüren, wie viel Leidenschaft in jede Szene gelegt wurde, und wie die Darsteller, einige in mehreren Rollen, über sich hinauswuchsen.
Im Zentrum der Geschichte steht der Zauberer Prospero, verkörpert von Moritz Gehr. Zusammen mit seiner Tochter Miranda, dargestellt von Laura Tochtermann, verfolgt Prospero einen Plan, um sich an seinem neidischen Bruder Antonio und dem neapolitanischen König zu rächen. Die Handlung verknüpft magische Elemente mit realen Konflikten und stellt große Fragen zur menschlichen Natur und zu Gerechtigkeit.
Ariel, der Luftgeist, gespielt von Marlene Rein, und Caliban, der Hexensohn, verkörpert von Georg Feile, spielen zentrale Rollen in diesem Konflikt. Die Inszenierung dieser Figuren war bemerkenswert; Ariel schwebte förmlich durch den Raum, während Caliban von einem düsteren Gefolge umgeben war, was den Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit deutlich machte.
Detailansicht öffnen
Mit einer humorvollen Note tritt das Zwillingspaar Trinculo in Erscheinung, dargestellt von Luis Ostermeier und Jascha Hagenkord. Ihre Interaktionen sorgten für Lacher und zeigten, wie wichtig Humor auch in ernsten Stücken sein kann. Kleine Eigenheiten, wie das unabsichtliche Einstellen des Mikrofons in einer Szene, verliehen der Darbietung zusätzliche Authentizität und Charme.
Die Regisseurinnen Susa Molendo und Stefanie Regus haben es verstanden, die Darsteller auf ansprechende Weise zu führen. „In einem solchen Projekt lernt man, füreinander einzustehen“, erklärte Oberstudienrätin Eva Emmler, die neben den Regiseurinnen eine Schlüsselrolle in der Produktion übernahm. Zwei zentrale Komponenten sind sowohl die Kunst selbst als auch der Bildungsaspekt, die hier erfolgreich verwoben wurden.
Ein künstlerisches Gemeinschaftserlebnis
Beim „Sturm“ geht es nicht nur um die Darstellung eines klassischen Stückes, sondern um ein pädagogisches Miteinander, das sich auch in der Musik widerspiegelt. Florian Rein hat die Musik speziell für die Vorstellung komponiert und sorgte dafür, dass sie live von einer Percussion-Gruppe und Synthesizern begleitet wurde. Die musikalische Untermalung verstärkte die emotionalen Höhepunkte der Szenen und trug zum Gesamterlebnis bei.
Die Vorbereitungszeit war enorm: 97 Prozent der Arbeiten fanden in der Freizeit der Schüler statt. Diese Hingabe war deutlich zu spüren, als das Publikum während des letzten Aktes, der nicht von Shakespeare verfasst wurde, aufstand und für die Darsteller applaudierte. Egal, ob Eltern, Geschwister oder Lehrer, alle waren beeindruckt von dem, was sie gesehen hatten.
Das sorgfältige Engagement hinter den Kulissen, wie das Nähen von Kostümen und das einflechten der Haare, wurde ebenfalls dankend erwähnt. Es war offensichtlich, dass das gesamte Team, einschließlich der Technik und der Eltern, eng zusammengearbeitet hat, um dieses spektakuläre Erlebnis zu realisieren.
Die Darsteller des „Sturms“ werden diesen Abend wahrscheinlich ihr Leben lang in Erinnerung behalten. Am Freitag, dem 11. Oktober, findet die dritte und letzte Vorstellung im Tölzer Kurhaus statt, und die Vorfreude darauf wächst.