Moskau war 2016 optimistisch für Trump, jetzt zeigt es Vorsicht

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Moskau ist 2024 vorsichtiger gegenüber Trump. Nach anfänglichem Optimismus 2016 sind die Erwartungen gemischt. Was bedeutet das für die Beziehungen?

Moskau war 2016 optimistisch für Trump, jetzt zeigt es Vorsicht

Im Jahr 2016 regten sich in Russland große Hoffnungen hinsichtlich Donald Trumps Präsidentschaft. Der ultranationalistische Politiker Wladimir Schirinowski feierte Trumps überraschenden Wahlsieg feierlich im russischen Parlament, als er 132 Flaschen Champagner bestellte. Schrill wurde die Stimmung, als Margarita Simonyan, Chefredakteurin des staatlichen Fernsehsenders RT, mit einer amerikanischen Flagge durch Moskau fahren wollte. Diese euphorischen Momente scheinen heute jedoch weit entfernt, denn die russische Reaktion auf die Möglichkeit einer zweiten Amtszeit Trumps ist deutlich zurückhaltender.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sogar öffentlich seine Unterstützung für die Kandidatin der Demokraten, Kamala Harris, geäußert, was in russischen und internationalen Medien mehr als eine Scherz verstanden wird. Während Harris oft als „mörderischer Diktator“ bezeichnet wird, scheint es allein Trumps Kritik an der militärischen Unterstützung der USA für die Ukraine zu sein, die im Kreml für positive Gefühle sorgt. Die abnehmende Begeisterung für Trump unterstreicht eine grundlegend veränderte ist die Wahrnehmung der US-amerikanischen Politik durch russische Offizielle im Vergleich zu 2016.

Politische Schwingungen und Wahlkampf

Trumps zögerliche Haltung, sich klar gegen den russischen Übergriff auf die Ukraine zu positionieren, wird als taktisches Manöver gesehen, während Harris energisch für die Unterstützung der Ukraine plädiert. Ihr Einsatz für amerikanische Werte und die klare Benennung von Putins Aggressionen setzen Trumps ambivalente Rhetorik kontrastiert gegenüber, was das Bild des Kremls als potenzieller Allianzpartner während der Trump-Administration weiter verschlechtert hat. Beobachtungen bestätigen, dass russische Medien sich weniger positiv über Harris äußern und stattdessen ihre Fähigkeiten verachten.

Die Komplexität dieser Situation spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Wähler wider. In Moskau zeigen Umfragen, dass der Enthusiasmus für die Vereinigten Staaten gesunken ist, während der Wunsch nach Frieden bleibt. Ein Angler in einem örtlichen Park äußerte verärgert, dass die USA „so viele Kriege angefangen haben“ und sieht in den USA auch weiterhin einen Feind. Dennoch gibt es Stimmen, die Dialog und Freundschaft befürworten.

Nikita, einholungsspender moskauer Jugendlichen, zeigt Hoffnung auf bessere Beziehungen zwischen den Nationen: „Ich bevorzuge Trump. Während seiner Amtszeit gab es keine großen Kriege.“ Diese Meinungen zeigen, dass, unabhängig von der politischen Lage, der Wunsch nach Frieden und einem positiven Dialog zwischen den USA und Russland bleibt. Das Bild, das hier über die Beziehungen entsteht, ist durch gespaltene Ansichten geprägt, wobei viele Menschen eine Versöhnung wollen.

Angespannte Beziehungen im historischen Kontext

Die aktuellen Spannungen lassen sich nicht nur auf die letzten Jahre zurückführen. Während der Amtszeiten von Barack Obama und später Trump sind die Beziehungen zwischen den ehemaligen Supermächten deutlich angespannt. Eine der häufigsten Äußerungen in Moskau unterstreicht, dass die Verantwortlichkeit für den gescheiterten Dialog vollständig Russland zugewiesen wird. Obamas und Trumps Politik trugen dazu bei, das Bild eines feindlichen Nebeneinanders zu zementieren, das in den letzten drei Jahren unter Joe Biden weiter verschärft wurde.

In der Zeit, als Ronald Reagan und Michail Gorbatschow bestrebt waren, die nukleare Rüstung zu reduzieren, machten sie symbolische Aktionen, wie die Enthüllung eines Denkmals zur Freundschaft zwischen den Kindern beider Nationen. Hebt man den Blick auf die Gegenwart, wird klar, dass diese diplomatische Annäherung kaum noch vorstellbar ist. Stattdessen hat der Konflikt in der Ukraine die geopolitische Landschaft so beeinflusst, dass viele der zuvor geschaffenen Bande fast unwiderruflich zerbrochen erscheinen.

Das Fehlen eines klaren Dialogs zwischen den Supermächten zeigt sich ebenfalls in der Öffentlichkeit. Menschen wie Marina wünschen sich einen Wandel in der politischen Landschaft, indem sie eine weibliche Präsidentschaft sowohl in den USA als auch in Russland begrüßen würden. Dies ist eine symbolische Antwort auf die Herausforderungen ihrer Zeit.

Die anhaltenden militärischen und politischen Spannungen haben die Menschen sowohl in den USA als auch in Russland in einem ständigen Spannungsverhältnis gefangen gehalten. Die Welt wartet gespannt darauf, wie sich die Situation bis zur Präsidentschaftswahl am 5. November entwickeln wird, während der Fokus möglicherweise mehr auf inneramerikanischen Auseinandersetzungen liegen wird, anstatt auf einer Lösung internationaler Krisen.

Für weitere Informationen, siehe die aktuelle Berichterstattung auf www.bbc.com.