Ehrenamtlicher Begleiter: Franz Güttel hilft Krebspatienten in Halle

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Franz Güttel, ehrenamtlicher Hospizbegleiter, teilt Einblicke in seine Erfahrungen und die Bedeutung von Vertrauen in der Sterbebegleitung.

Ehrenamtlicher Begleiter: Franz Güttel hilft Krebspatienten in Halle

Franz Güttel, ein 72-jähriger Biologe und ehrenamtlicher Helfer beim ambulanten Hospizdienst in Halle, widmet sich mit Herz und Hingabe der Begleitung todkranker Menschen. Seit seinem Vorruhestand im Jahr 2013 hat er rund 20 Patienten auf ihrem letzten Weg begleitet. Momentan besucht er zwei Krebspatienten, die in ihrer schwersten Zeit auf seine Unterstützung angewiesen sind. „Ich bleibe in der Regel zwei Stunden, das ist viel für die Begleitung“, erklärt er. Für einen der Patienten, der völlig allein lebt, ist Güttel die einzige Person, die ihm zur Seite steht.

Die Geschichten, die Güttel von seinen Besuchen erzählt, sind berührend. „Der Patient hat sein Leben aufgeschrieben und mir anvertraut, dass ich der Einzige bin, der es lesen darf“, berichtet er. Diese tiefen Gespräche über Kunst, Philosophie und persönliche Erlebnisse sind für beide Seiten von unschätzbarem Wert. Doch auch praktische Hilfe gehört zu seinem Engagement: Er erledigt alltägliche Aufgaben im Haushalt, unterstützt beim Einkaufen und bietet emotionale Unterstützung in schwierigen Zeiten. „Es ist Wahnsinn, was Menschen ertragen können“, sagt er und reflektiert die Abgründe, die viele seiner Begleitungen erlebt haben.

Emotionale Unterstützung in schweren Zeiten

Die Gespräche über das Sterben sind unvermeidlich, wenn die Krankheit fortschreitet. „Wir sprechen nur darüber, wenn es wirklich nötig ist“, erklärt Güttel. Er bietet den Patienten Zuversicht und hilft ihnen, ihre Gedanken und Ängste zu klären. „Es geht darum, dass sie nicht vor einer Wand stehen und wissen, dass es verschiedene Wege gibt, die sie gehen können.“ Dabei ist es wichtig, dass die Patienten ihre Wünsche und Sorgen äußern können, um in Ruhe Abschied nehmen zu können.

Güttel betont, dass es für ihn essenziell ist, empathisch zu sein, ohne Mitleid zu empfinden. „Das darf mir nicht leid tun, denn dann kann ich nicht das leisten, was ich leiste“, sagt er. Seine Besuche sind nicht nur für die Patienten wichtig, sondern auch für deren Familien, die durch seine Anwesenheit entlastet werden. „Ich gebe den Angehörigen Tipps, wie sie mit den Schwerstkranken umgehen können, damit sie sich nicht hilflos fühlen“, fügt er hinzu.