Chancenkarte-Flaute: Weniger Anträge für Deutschland als erhofft!

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Die Nachfrage nach der neuen Chancenkarte für Fachkräfte bleibt hinter den Erwartungen der Bundesregierung zurück.

Chancenkarte-Flaute: Weniger Anträge für Deutschland als erhofft!

Keine Spur von der erhofften Flut ausländischer Fachkräfte! Die Nachfrage nach der im Juni von der Bundesregierung eingeführten Chancenkarte blieb erstaunlich stumm. Laut Zahlen des Bundesinnenministeriums, auf die sich die „Bild“ beruft, registrierte Deutschland bis Ende September lediglich etwa 2360 Anträge. Das ist ein mageres Drittel der erwarteten 10.000 Anfragen im selben Zeitraum! Die Bürokraten in Berlin hatten offenbar von mehr als 2500 Anträgen pro Monat geträumt, doch die Realität sieht weit nüchterner aus.

Doch wer möchte sich dieses Ticket in die deutsche Arbeitswelt schnappen? Hier sind heikle Kriterien zu erfüllen: Bewerber müssen entweder fundierte Deutschkenntnisse vorweisen oder als Englischprofi glänzen. Zudem wird eine zweijährige Berufsausbildung oder ein Staatsexamen verlangt, das im Heimatland anerkannt ist. Schließlich gehört ein gut gefülltes Bankkonto in die Reisetasche – der Lebensunterhalt muss gesichert sein, bevor die Jobsuche auf deutschem Boden beginnen kann.

Weniger Chancen für Ausländer?

Doch es kommt noch dicker: Deutschlands Behörden zeigten sich streng und lehnten 15 Prozent der Anträge ab. Übrig blieben gerade einmal 2052 genehmigte Chancenkarten. Ein Großteil der ambitionierten Antragsteller kam aus Indien, China, der Türkei, Russland und Tunesien. Kein Wunder also, dass Skeptiker die Wahlbedingungen der Chancenkarte infrage stellen und die Frage aufwerfen, ob Deutschland tatsächlich so offen für neue Arbeitskräfte ist, wie es vorgibt.

Diese erstaunlichen Zahlen sind keine Spekulationen! Rechtsanwalt Sebastian Klaus brachte sie ans Licht der Öffentlichkeit, indem er sie im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes vom Ministerium verlangte. Schade um die verpassten Potenziale, aber vielleicht ein Weckruf an die Regierung, die Karten neu zu mischen und den roten Teppich für internationale Fachkräfte wirklich auszurollen.