Gedenkkonzert: Ein würdiger Abschied für Reinhart von Gutzeit
Gedenkkonzert zur Umbenennung des Kleinen Saals in Reinhart-von-Gutzeit-Saal an der Anton Bruckner Privatuniversität am 17. November 2025.

Gedenkkonzert: Ein würdiger Abschied für Reinhart von Gutzeit
Am 17. November 2025 fand an der Anton Bruckner Privatuniversität ein Gedenkkonzert zur Umbenennung des Kleinen Saals in Reinhart-von-Gutzeit-Saal statt. Diese Umbenennung würdigt das Lebenswerk des im Juli verstorbenen Gründungsrektors Reinhart von Gutzeit, der für die Entwicklung der Universität von zentraler Bedeutung war. Das Gedenkkonzert wurde durch Lehrende und Studierende gestaltet und fand in Anwesenheit von Gabriele von Gutzeit, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Rektor Martin Rummel sowie weiteren Repräsentanten und ehemaligen Wegbegleitern statt. Rektor Rummel äußerte Dankbarkeit für Gutzeits Wirken und dessen Auswirkungen auf die Universität. Gemeinsam mit Gabriele von Gutzeit und Landeshauptmann Stelzer enthüllten sie die Gedenktafel und die Saalbeschriftung. Stelzer lobte den Beitrag von Gutzeits zur Kulturlandschaft Oberösterreichs und zur Transformation des Bruckner-Konservatoriums zur Universität.
Der Abend bot zudem ein Musikprogramm, kuratiert von Till Alexander Körber, und rief Erinnerungen ehemaliger Wegbegleiter wach. Wie OTS berichtet, war Reinhart von Gutzeit nicht nur ein bedeutender Akteur in der Welt der Musik, sondern auch ein angesehener Pädagoge, der einen bleibenden Einfluss auf die Musikszene in Deutschland und Österreich hatte.
Ein Leben für die Musik
Reinhart von Gutzeit wurde 1947 in Berlin geboren und verstarb am 11. Juli 2025 im Alter von 79 Jahren in Luzern, Schweiz. Während seiner Karriere war er nicht nur Geiger und Bratscher, sondern auch Dirigent und Musikschulleiter. Zwischen 1995 und 2004 war er Direktor des Bruckner Konservatoriums in Linz und spielte eine führende Rolle bei dessen Umwandlung zur Anton Bruckner Privatuniversität. Im Jahr 2004 habilitierte er sich und wurde Universitätsprofessor für Musikpädagogik an der ABU.
Für seine Verdienste wurde er 2006 Rektor der Universität Mozarteum Salzburg, eine Position, die er bis 2014 innehatte. Während seiner Amtszeit wurde unter anderem der Studienzweig Kammermusik eingerichtet. Von 2009 bis 2014 war er Präsident der Salzburg Biennale, wo er sich für zeitgenössisches Musikschaffen stark machte. Ein weiterer bedeutender Teil seiner Tätigkeit war seine Mitwirkung in der Internationalen Stiftung Mozarteum, deren Präsidiumsmitglied er von 2014 bis 2024 war, sowie seine Ehrenmitgliedschaft, die er im Jahr 2024 erhielt, wie Mozarteum hervorhebt.
Einfluss und Engagement in der Musikpädagogik
Von Gutzeit war auch leidenschaftlich in der Musikpädagogik tätig. Er war von 1991 bis 2017 Vorsitzender des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und spielte eine Schlüsselrolle in der Förderung junger Talente. Seine Liebe zur Musik und sein Engagement für die musicalisch begabte Jugend prägten seine Karriere und hinterließen nachhaltige Spuren in der Musikszene. Er war ein Vorreiter in der musikpädagogischen Landschaft und war maßgeblich an der Gründung der musikpädagogischen Zeitschrift „Üben & Musizieren“ beteiligt, die er bis 2018 mit herausgab.
Die Entwicklung des musikalischen Lebens in Deutschland und Österreich wurde durch seine zahlreichen Engagements wesentlich beeinflusst. Darüber hinaus war er Mitglied des Präsidiums des Deutschen Musikrats und der Europäischen Musikschulunion. Wie drehpunktkultur anmerkt, war sein Wort in der Musikpädagogik stets von Gewicht und wurde für sein Wissen, Humor und Empathie geschätzt.
Die Umbenennung des Kleinen Saals in Reinhart-von-Gutzeit-Saal markiert nicht nur eine Ehrung seines Lebenswerks, sondern auch eine bleibende Erinnerung an einen der einflussreichsten Akteure der Musikbildung und -vermittlung. Sein Engagement wird lange in der Erinnerung derjenigen bleiben, die er inspiriert hat.