Wien kämpft für psychische Gesundheit: 600 neue Workshops für Jugendliche!
Wien setzt am Welttag der psychischen Gesundheit einen Fokus auf Jugendlichen, bietet Workshops und Unterstützung für mentale Gesundheit an.

Wien kämpft für psychische Gesundheit: 600 neue Workshops für Jugendliche!
Am 10. Oktober steht der Welttag der psychischen Gesundheit im Fokus, und die Stadt Wien hat sich zum Ziel gesetzt, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu priorisieren. Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling betont, wie wichtig es ist, psychische Erkrankungen ernst zu nehmen und diese zu enttabuisieren. Besonders die Belastungen durch die Pandemie, Krisen und Kriege haben die Situation für junge Menschen erheblich verschärft. Deshalb setzt Wien auf präventive Maßnahmen und niederschwellige Hilfe für Kinder und Jugendliche in Krisen.
Im neuen Schuljahr wird das umfangreiche Programm „Mental Health Days“ weiter ausgebaut. Insgesamt sind 100 Tage an Wiener Mittelschulen für Workshops vorgesehen, die nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch Pädagog*innen und Erziehungsberechtigte ansprechen. Diese Angebote sollen Wissen über psychische Gesundheit vermitteln, Ängste abbauen und Resilienz stärken. Über 600 Zusatzworkshops sind geplant, die kostenlose Angebote zur psychischen Gesundheit über die Wiener Bildungschancen zur Verfügung stellen.
Prävention und Unterstützung in Schulen
Ein zentrales Element der Bemühungen ist die laufende Aufstockung von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Zusätzlich begleiten School Nurses sowie multiprofessionelle Teams, bestehend aus Psychologen, Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, je drei bis vier Schulen. Die Einbeziehung von Fachleuten ist ein weiterer Schritt in Richtung einer umfassenden Pflege der Mental Health.
Das Engagement der Stadt Wien wird durch Maßnahmen der Bundesregierung unterstützt, die unter anderem eine Verdopplung der Planstellen in der Schulpsychologie sowie die Einführung von Schulsozialarbeit an Bundesschulen vorsieht. Diese Reformen zeigen, dass Wien und der Bund gemeinsam daran arbeiten, die psychische Gesundheit ebenso bedeutend zu behandeln wie die körperliche Gesundheit.
Belastungen und Herausforderungen
Die Herausforderungen für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sind enorm. Laut dem Bundesjugendministerium ist die Belastung seit der Corona-Pandemie stark angestiegen. Im September 2023 wurde das Programm „Mental Health Coaches“ ins Leben gerufen, welches darauf abzielt, Jugendliche in der Bewältigung belastender Themen zu unterstützen. Bis Februar 2025 haben bereits über 60.000 Schülerinnen und Schüler an mehr als 1.600 Angeboten teilgenommen.
Zusätzlich wird ein Peer-to-Peer-Ansatz verfolgt, der es Jugendlichen ermöglicht, Gleichaltrige zu unterstützen, während Fachkräfte sie begleiten. Das Programm „Wir zusammen – SOS-Mental Health Peers“, das gemeinsam mit dem SOS Kinderdorf e. V. ins Leben gerufen wurde, versucht, die Sensibilität für psychische Gesundheit in der Jugend zu erhöhen.
Die Herausforderungen im Hilfesystem
Experten warnen jedoch, dass die Hilfesysteme überlastet sind. Wartezeiten auf Therapieplätze sind oft lang, und die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung ist unzureichend. Die gesundheitlichen, schulischen und jugendlichen Systeme stehen unter Druck, und es besteht ein dringender Handlungsbedarf für niedrigschwellige Unterstützungsangebote in Schulen.
Zudem ist das Thema Klimaangst unter Jugendlichen zunehmend relevant geworden. Die aktuellen Krisen, einschließlich des Ukrainekriegs und der Klimakrise, fördern neue Ängste und Sorgen. Studien zeigen, dass 59% der 16- bis 25-Jährigen sich stark um den Klimawandel sorgen. Diese Faktoren müssen in der Betrachtung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen Berücksichtigung finden.
In diesem Kontext appellieren Experten an die Notwendigkeit, psychosoziale Angebote auszubauen und das Thema „mentale Gesundheit“ in den Lehrplan zu integrieren. Die Gestaltung von Gesundheitsstrategien sollte nicht nur Fachleuten überlassen werden; es ist auch entscheidend, Jugendliche aktiver in diesen Prozess einzubinden.
Die Maßnahmen, die sowohl in Wien als auch auf Bundesebene ergriffen werden, zeigen, dass die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ernst genommen wird. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die psychische Gesundheit der jüngeren Generation nachhaltig zu fördern.