Weihnachten 2025: TKG fordert Rückhalt für Vielfalt und Zusammenhalt!
Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich fordert an Weihnachten ein Ende der Stigmatisierung und betont den Wert des Zusammenlebens.

Weihnachten 2025: TKG fordert Rückhalt für Vielfalt und Zusammenhalt!
Am 24. Dezember 2025 richtet die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ihre Weihnachtswünsche an alle Menschen. Die TKG hofft auf ein frohes Fest und ein friedvolles Neues Jahr 2026. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wird darauf hingewiesen, dass Weihnachten von Menschen unterschiedlicher religiöser Praktiken sowie von weniger religiösen und nicht-religiösen Personen gefeiert wird. Zehntausende Menschen mit Wurzeln in der Türkei leben in Österreich und teilen die Freude des Festes, was die kulturelle Vielfalt des Landes unterstreicht.
Doch die TKG äußert ernsthafte Bedenken über die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. In einer Zeit, in der in Österreich rund 800.000 Muslime leben, die aktiv zum wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben des Landes beitragen, gibt es besorgniserregende Tendenzen. Pauschale Darstellungen, die religiöse oder ethnische Gruppen problematisieren, könnten das Vertrauen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden, so die TKG. OTS berichtet, dass die TKG ein klares Ende politischer Strategien fordert, die die Rechte ganzer Gruppen untergraben und somit soziale Spannungen verstärken.
Kritik an der politischen Stigmatisierung
Besonders in den letzten Jahren hat die öffentliche Wahrnehmung von Muslimen in Österreich stark gelitten. Ein kürzlich veröffentlichtes Integrationsbarometer des österreichischen Integrationsministeriums zeigt, dass rund zwei Drittel der Österreicher der Meinung sind, dass das Zusammenleben mit Muslimen schlecht oder eher schlecht funktioniert. Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 51 Prozent im Jahr 2015. Die TKG hat gegen diese Erhebung Einspruch erhoben und bezeichnet sie als politisch konstruierte, spaltende Maßnahme. Die Verwendung von Steuergeldern für eine solche Meinungsforschung wird als problematisch erachtet, da sie Muslime in ein negatives Licht rückt. Die TKG warnt vor der gefährlichen Stigmatisierung einer gesamten Religionsgemeinschaft, die dem sozialen Frieden schaden könnte, berichtet die Türkische Allgemeine.
Deshalb fordert die TKG unabhängige, wissenschaftlich fundierte Erhebungen über das gesellschaftliche Zusammenleben und ein jährlich veröffentlichtes Rassismus-Barometer, um strukturelle Diskriminierung sichtbar zu machen. Integration kann nicht auf ein simples Barometer reduziert werden, sondern bedarf eines tieferen Verständnisses der Vielfalt innerhalb der Gesellschaft.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt in der Vielfalt
Die Diskussion um Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist nicht neu. Wie auch die Bundeszentrale für politische Bildung erklärt, sind moderne Gesellschaften häufig heterogen – und diese Vielfalt kann eine Herausforderung für den sozialen Zusammenhalt darstellen. Unterschiedliche Migrationserfahrungen, ethnische Identitäten und kulturelle Orientierungen verlangen nach einem Pluralismus, der auch in sozialen und politischen Institutionen Anerkennung findet.
Status und Integration können dabei auf verschiedene Weisen betrachtet werden: während einige eine einseitige Assimilation fordern, plädieren andere für eine pluralistische Integration, die den Austausch und die Interaktion zwischen Gruppen fördert. Soziale Netzwerke, Vereine und politische Institutionen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, um eine gemeinsame Wertebasis zu schaffen. Zusammenhalt entsteht nicht nur durch Gesetze und Regelungen, sondern vor allem durch gelebte Zusammenkünfte und den Austausch zwischen den Menschen – unabhängig von deren kulturellem oder religiösem Hintergrund.
In der Weihnachtszeit, einer Zeit der Reflexion und des Miteinanders, appelliert die TKG an Politik, Medien und Gesellschaft, die Vielfalt zu schätzen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass alle Menschen in Österreich gleich behandelt werden. Ein Bekenntnis zur verfassungsmäßigen Gleichbehandlung und zum Dialog könnte dazu beitragen, das Vertrauen innerhalb der Gesellschaft zu stärken und die Stigmatisierung ganzer Gruppen zu beenden.