Ghost Jobs: Die verzweifelte Suche junger Akademiker in der Krise!
Der Artikel beleuchtet die Schwierigkeiten junger Akademiker wie Sonya Havr bei der Jobsuche und das Phänomen der „Ghost Jobs“.

Ghost Jobs: Die verzweifelte Suche junger Akademiker in der Krise!
Die Suche nach einer Anstellung gestaltet sich für viele junge Akademiker zunehmend schwierig. Sonya Havr, eine Absolventin der Internationalen Betriebswirtschaftslehre von der WU Wien, ist kein Einzelfall. Im Juni 2023 schloss sie ihr Studium ab, doch bereits Anfang 2025 meldete das Arbeitsmarktservice (AMS) einen besorgniserregenden Anstieg von 18 Prozent bei der Arbeitslosigkeit unter Hochschulabsolventen im Vergleich zum Vorjahr. Dieses Phänomen führt dazu, dass viele junge Leute mit zahlreichen Bewerbungen konfrontiert sind, während einige ihrer Freundinnen sogar über 100 Bewerbungen abgeschickt haben.
Havr selbst kämpfte mit Rückschlägen, darunter eine Absage von einem Unternehmen, bei dem sie in die zweite Bewerbungsrunde kam. Besonders frustrierend war ihre Erfahrung mit einem sogenannten „Ghost Job“. Bei einem Kosmetikunternehmen bewarb sie sich auf eine seit fast zwei Jahren aktive Anzeige und erfuhr später, dass die Stelle nie existierte. Diese „Ghost Jobs“ sind nicht nur für Bewerber frustrierend; sie sind eine neue Erscheinung im Arbeitsmarkt, die Firmen oftmals aus verschiedenen Gründen schalten. Laut kosmo.at können hohe Fluktuation, Talentepool-Inserate oder bereits besetzte Stellen der Grund sein, dass solche Anzeigen online bleiben, ohne die Absicht, tatsächlich jemanden einzustellen.
Gründe für Ghost Jobs und ihre Auswirkungen
Das AMS gibt an, dass Ghost Jobs auch für Marktanalysen oder auch aus Versehen aktiv bleiben können. Recruiter empfehlen, auf die Dauer von Jobausschreibungen zu achten, um solche Fälschungen zu identifizieren. Als zusätzlichen Schutz rät das AMS dazu, persönliche Daten nicht unaufgefordert vor einem ersten Kontakt zu übermitteln. Die Situation erfordert von den Jobuchenden erhöhte Skepsis, schließlich sorgt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Akademikern für zusätzlichen Druck auf die Suche nach einer geeigneten Stelle.
Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind deutlich spürbar. Viele Unternehmen haben aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Einstellungsstopps verhängt oder die Zahl offener Stellen drastisch reduziert. Ein Beispiel hiervon liefert Alisa Sogijaine, die trotz eines Masterabschlusses in Wirtschaftsingenieurwesen mit zahlreichen Bewerbungen und vielen Absagen kämpft. Während sie über 40 Bewerbungen verschickte, sieht sie sich mit einer enormen Konkurrenz konfrontiert, da viele Firmen höchstens ein oder zwei Trainee-Stellen anbieten.
Hoffnung auf Besserung
Trotz der Widrigkeiten konnte Sonya Havr schließlich eine Anstellung als Social-Media-Managerin für ein Gesundheits-Startup finden, die sie über persönliche Beziehungen erhielt. Als Reaktion auf die Herausforderungen am Arbeitsmarkt haben Plattformen wie Stepstone und LinkedIn Maßnahmen zur Qualitätssicherung von Stellenanzeigen eingeführt, um die Seriosität der Jobangebote zu gewährleisten. LinkedIn führt beispielsweise Verifizierungs-Badges für Stellenanzeigen ein, wobei solche Schritte in der jetzigen Zeit für Akademiker mehr denn je notwendig sind.
Die vorherrschende Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zeigt, dass die klassischen Mechanismen des Jobfindens nicht mehr so zuverlässig sind wie früher und dass die junge Generation von Absolventen neue Wege finden muss, um ihren Platz im Berufsleben zu sichern.