Drohnen im Einsatz: Tirol rettet Rehkitze vor dem Mähtod!
Freiwillige Helfer in Tirol nutzen Drohnen zur Rehkitzrettung während der Mahd. Erfahren Sie mehr über diese innovative Technik.

Drohnen im Einsatz: Tirol rettet Rehkitze vor dem Mähtod!
Im Kampf gegen den Mähtod setzen freiwillige Helferinnen und Helfer in Tirol zunehmend auf innovative Technologien. Laut Dolomitenstadt nutzen sie Drohnen und Wärmebildkameras, um Rehkitze rechtzeitig vor den gefährlichen Mähmaschinen zu retten. Diese jungen Tiere neigen dazu, sich instinktiv ins hohe Gras zu ducken, was sie für die Maschinen nahezu unsichtbar macht. Die Mahd fällt genau in die Zeit, in der die Rehkitze abgelegt werden, was ihre Überlebenschancen erheblich gefährdet.
Der Tiroler Jägerverband koordiniert täglich Einsätze im Mai und Juni zusammen mit Drohnenpiloten und freiwilligen Helfern. Im Jahr 2022 konnten etwa 900 Rehkitze auf einer Fläche von rund 6.000 Hektar gerettet werden. In diesem Jahr wurden bereits mehr als 200 Rehkitze auf 2.000 Hektar sichergestellt, was bei knapp 230 Flügen ein bemerkenswerter Erfolg ist.
Effiziente Rettungsmethoden
Um die Rehkitzrettung zu optimieren, setzen die Helfer nicht nur auf Drohnentechnologie, sondern auch auf Vergrämungsmittel wie Plastiksäcke und akustische Rehkitzschrecken. Diese Maßnahmen sollen die Muttertiere bewegen und verhindern, dass sie ihre jungen Kitze im Gras zurücklassen. Fachleute empfehlen zudem eine angepasste Mähtechnik, bei der die Wiesen von innen nach außen gemäht werden, um die Rettungschancen der Rehkitze zu erhöhen.
Die Koordinationsplattform rehkitzrettung.at ermöglicht es Drohnenpiloten, sich zu registrieren sowie Landwirte und deren Bedarf an Drohenunterstützung zu erfassen. Die steigende Anzahl an Einsätzen zeigt das Engagement für den Tierschutz und die nachhaltige Landwirtschaft.
Die Rolle von Drohnen
Nach Angaben von dein-drohnenpilot.de können Drohnen mit hochwertigen Wärmebildkameras Rehkitze deutlich effizienter finden als herkömmliche Fußsuchen. Tatsächlich benötigt eine Person 12,24-mal länger, um einen Hektar abzusuchen, als eine Drohne. Diese Technik hat sich besonders in Ländern wie Deutschland und der Schweiz als erfolgreich erwiesen.
Die Nutzung von Drohnen bringt erhebliche Vorteile mit sich: Sie können autonom Routen abfliegen, während die Wärmebildkamera die Umgebung überwacht. Entdeckte Rehkitze werden markiert und nach der Mahd an ihrem Standort freigelassen. Dabei müssen die Tiere jedoch mit Vorsicht behandelt werden, um den menschlichen Geruch zu vermeiden.
Regulatorische Veränderungen
Ein wichtiger Aspekt für die Rehkitzrettung ist die Gesetzeslage rund um den Einsatz von Drohnen. Wie drohnen.de berichtet, erlaubt eine Gesetzesnovelle seit 2024 den Drohnenpiloten, Rehkitze ohne die Anwesenheit eines Jagdausübungsberechtigten zu bergen, solange diese informiert werden. Zusätzlich haben neue Regelungen zur Unterstützung der Landwirtschaft und des Tierschutzes den Einsatz von Drohnen in der Nähe von bebauten Gebieten deutlich erleichtert.
Die Anpassungen in der Regulierung sollen den Einsatz von Drohnen für landwirtschaftliche und tierschützerische Zwecke fördern. Dabei gibt es jedoch weiterhin strenge Vorgaben, die den Betrieb in bestimmten Bereichen regeln. Die neue Regelung gilt bis zum 19. November 2024 und ist derzeit nur auf deutsches Hoheitsgebiet beschränkt.