
Am 19. November wird wieder an den bedeutenden Komponisten Franz Schubert erinnert, dessen Kirchenmusik in der Welt der Liturgie ein ganz besonderes Ansehen genießt. Der Stephansdom in Wien wird an diesem Abend um 18 Uhr die Deutsche Messe "Wohin soll ich mich wenden" erklingen lassen, eine Vertonung, die Schubert zwei Jahre vor seinem Tod vollendete und die seither bei vielen Gläubigen äußerst beliebt ist. Dieses Jahr fällt das Augenmerk jedoch nicht nur auf Schubert, sondern auch auf Johann Philipp Neumann, den Texter der sogenannten "Schubert-Messe".
Neumann, der von 1774 bis 1849 lebte, wird in diesem Jahr gefeiert, da sich der 175. Todestag seines Ablebens im Oktober jährt und sein 250. Geburtstag im kommenden Dezember ansteht. Dommusiker Thomas Dolezal betont, dass ohne Neumann die "Schubert-Messe" nicht existieren würde. Ursprünglich Physiker, war Neumann zudem als Schriftsteller und Bibliothekar tätig. Seine Zusammenarbeit mit Schubert war keine einmalige Angelegenheit; bereits zuvor hatte Schubert Neumanns Texte für die Oper "Sakuntula" verwendet.
Die Schubert-Messe und ihre Bedeutung
Die Deutsche Messe von Schubert, mit dem offiziellen Titel "Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe", erhielt ihren Namen durch die Verwendung deutscher Sprache, was zur damaligen Zeit eher unüblich war. Anekdoten zufolge stieß das Werk anfangs auf Widerstand beim Wiener Erzbischöflichen Konsistorium, wurde jedoch schnell populär, speziell in Österreich und Süddeutschland. Lieder aus dieser Messe, wie das bekannte "Wohin soll ich mich wenden" oder das Gloria "Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe", sind heute Teil des traditionellen katholischen Gesangbuchs.
Ein bemerkenswerter Aspekt ist der vierstrophige Anhang "Das Gebet des Herrn", der ebenfalls von Neumann stammt und von Schubert vertont wurde. Diese spezielle Paraphrase des "Vater unser" ist einzigartig in der Gattung der Deutschen Messe. Dolezal vermutet, dass die enge Verbindung zwischen Neumann und Schubert zur Pfarrkirche Lichtental in Wien-Alsergrund, wo Fresken mit den Texten des "Vater unser" zu sehen sind, einen Einfluss auf die Komposition hatte.
Für die musikalische Gestaltung der Schubert-Gedenkmesse wird die Dommusik auf die Unterstützung der Militärmusik Burgenland unter der Leitung von Oberst Johann Kausz setzen. Diese Zusammenarbeit verspricht eine eindrucksvolle Darbietung zum Gedenken an Schubert, die sich nicht nur auf seine Musik, sondern auch auf das literarische Erbe seines Texters konzentriert.
Eine ausführliche Betrachtung der Hintergründe und der Einfluss der deutschen Sprache auf die Kirchenmusik bietet der Artikel von www.katholisch.at.
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