
Die Situation im Gazastreifen hat sich erneut verschärft. Heute ist der 2. April 2025, und die Vereinten Nationen haben eine Darstellung der israelischen Behörde Cogat zu Lebensmittelvorräten scharf zurückgewiesen. UN-Sprecher Stéphane Dujarric bezeichnete die Behauptungen als "lächerlich" und erklärte, dass die Hilfsgüter am Ende seien. Besonders alarmierend ist die Schließung der Bäckereien, die vom Welternährungsprogramm (WFP) betrieben werden, aufgrund von akutem Mehl- und Gas-Mangel.
Die Blockade durch Israel hat schwerwiegende Auswirkungen auf die zivilen Bedingungen im Gazastreifen. Trotz der israelischen Behauptungen, es gebe ausreichend Lebensmittel, stehen die Einwohner vor einer humanitären Katastrophe. Helfer berichten von einer dramatischen Verknappung an Nahrungsmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung. Die Schließung der Bäckereien hat laut Dujarric dazu geführt, dass in den vergangenen Monaten die Verteilung von Lebensmitteln praktisch zum Erliegen gekommen ist. Amjad Shawa, Leiter des Gaza NGO Network, sprach bereits von einer neuen Phase der Hungersnot.
Humanitäre Krise und Militäraktionen
Seit mehreren Wochen hat Israel alle Lebensmittel, Treibstoffe, Wasser und Elektrizität in den Gazastreifen blockiert. Berichten zufolge leiden insbesondere Familien erheblich unter dem Mangel an Grundnahrungsmitteln. Mohammed al-Kurd, ein Familienvater von 12 Kindern, schildert, dass seine Kinder oft ohne Abendessen zu Bett gehen müssen. Die gesundheitlichen und sozialen Bedingungen verschlechtern sich rapide; allein in den letzten 24 Stunden wurden in den Krankenhäusern 42 Leichname registriert, was die Gesamtzahl der Toten auf mindestens 1.042 erhöht.
Die Zahl der Gesamtopfer seit Beginn des Konflikts im Oktober 2023 ist auf über 50.000 gestiegen. Berichte über mögliche Kriegsverbrechen durch israelische Truppen nehmen zu, unter anderem die Entdeckung massenhaft getöteter palästinensischer Sanitäter in einem Massengrab. UNICEF berichtet, dass in den letzten zwei Wochen 322 Kinder durch israelische Angriffe getötet wurden, was die Gesamtzahl der seit Kriegsbeginn getöteten Kinder auf über 15.000 erhöht.
Blockierte Hilfslieferungen
Die humanitäre Lage wird durch die ständigen Blockaden weiter verschärft. Laut Oxfam konnten in den letzten zweieinhalb Monaten lediglich 34 Lastwagen mit Nahrungsmitteln und Wasser nach Nord-Gaza einfahren. Von diesen Lastwagen erreichten nur 12 ihr Ziel. Verzögerungen und systematische Behinderungen durch das israelische Militär sind der Hauptgrund für diese missliche Lage. Ein Hilfskonvoi wurde an einem Kontrollpunkt in Jabalia aufgehalten, sogar der Zugang zu Schulinfrastruktur, die für die Verteilung von Hilfsgütern genutzt werden sollte, wurde durch militärische Aktionen stark gefährdet.
In den letzten Monaten hat Israel seine militärischen Einsätze in Region wie Jabalia, Bei Lahia und Beit Hanoun erheblich verstärkt. Oxfam berichtet, dass mehr als 90 Prozent der Hilfe, die die Vereinten Nationen für den Gazastreifen koordinieren wollten, abgelehnt wurde. Inmitten dieser Krise ist die internationale Gemeinschaft aufgefordert, unverzüglich zu handeln. Oxfam und andere Hilfsorganisationen appellieren an die Notwendigkeit eines sofortigen und dauerhaften Waffenstillstands sowie die Freilassung aller Geiseln.
Details zur Meldung