
Die Spritpreise in Österreich zeigen sich zu Beginn des Frühlings erfreulich. Im März 2025 sanken die Preise für Diesel und Super, was diesen Monat zum günstigsten Tankmonat des Jahres macht. Laut ÖAMTC kostete Diesel im Durchschnitt 1,543 Euro pro Liter, was einen Rückgang von 6,4 Cent im Vergleich zum Vormonat darstellt. Der Preis für Super fiel ebenfalls um 6,6 Cent, sodass er im März 1,512 Euro pro Liter betrug.
Im Vergleich zu den höheren Preisen im März 2024, wo Diesel um 14 Cent und Super um 10 Cent teurer war, zeichnen sich die aktuellen Werte besonders positiv ab. Die niedrigsten Preise in der Vergangenheit lagen im September 2022 unter 1,50 Euro. Aktuell war Super an vielen Tagen unter diesem Wert, während Diesel meist darüber lag.
Einfluss der Rohölpreise
Die Preissenkungen sind vor allem auf die niedrigen Rohölpreise zurückzuführen, die Ende März 2023 wieder stiegen und somit den Anstieg an den Zapfsäulen verursachten. Tagesschau berichtet, dass Benzin und Diesel aktuell so günstig sind wie seit drei Jahren nicht mehr. Der durchschnittliche Preis für Super E10 liegt bei 1,636 Euro, Diesel kostet im Schnitt 1,530 Euro. Dieser Preisverfall kommt vor allem den Auto-Pendlern zugute, während Urlauber zum Sommer möglicherweise mit höheren Preisen rechnen müssen.
Die stabilen Preise werden durch einen starken Euro begünstigt. Aktuell liegt der Euro-Kurs bei über 1,11 Dollar, was die Kosten für Öl für Nicht-Dollar-Käufer senkt. Zudem fiel der Brent-Preis erstmals seit Ende 2021 unter 70 Dollar je Barrel. Die Nachfrageprognosen sind eingetrübt, was sich in der von der Internationalen Energieagentur (IEA) gesenkten Prognose für die globale Ölnachfrage widerspiegelt, die von 1,2 Millionen auf 900.000 Barrel pro Tag korrigiert wurde.
Kontext der Energieversorgung
Die Unsicherheiten in den globalen Energiemärkten werden durch die wirtschaftliche Lage in China sowie durch die geopolitischen Spannungen beeinflusst. Chinas Anteil am weltweiten Nachfragewachstum sank drastisch von 75 % auf nur noch 20 % aufgrund einer schwächeren Konjunktur und dem Anstieg der Elektrofahrzeuge. Wie in einem Bericht der Internationalen Energieagentur erläutert wird, wird ein Wachstum der LNG-Nachfrage von über 2,5 % pro Jahr prognostiziert, wobei der Großteil der neuen Exportkapazitäten aus den USA und Katar stammt.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass die OPEC+ Produktionskürzungen von 2,2 Millionen Barrel pro Tag schrittweise reduzieren könnte, was wiederum die Ölpreise beeinflussen wird. Experten warnen vor einem möglichen Überangebot an Öl und weiter fallenden Preisen, was kurzfristig zu einer Preiskorrektur führen könnte. Die Kombination aus niedrigeren Energiepreisen und politischen Implikationen, insbesondere im Hinblick auf die US-Wahlen im November, bleibt ein weiterer Faktor, der die Marktentwicklung beeinflussen könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass die aktuellen Trendwenden in den Spritpreisen sowohl durch lokale als auch internationale Entwicklungen geprägt sind. Ob die positive Entwicklung der Preise langfristig anhält oder ob es in naher Zukunft wieder zu Anstiegen kommt, bleibt abzuwarten.
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