
Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat offenbar einen direkten Einfluss auf die Haarschnitte und Frisuren der Menschen. In Zeiten finanzieller Unsicherheit zeigen sich Trends wie das sogenannte „Recession Hair“, ein Phänomen, das durch den Wunsch nach praktischen und kosteneffizienten Frisuren gekennzeichnet ist. Verbraucher:innen sind oftmals bereit, auf teure Farbexperimente und komplizierte Haarschnitte zu verzichten, um Geld zu sparen. Auch der Saum-Index, der die Länge von Röcken in relation zur Wirtschaftslage setzt, zeigt, dass sich nicht nur Mode, sondern auch Haartrends an der wirtschaftlichen Situation orientieren. Das berichtet oe24.
Vertiefend lässt sich sagen, dass der Begriff „Recession Hair“ bereits 2009 geprägt wurde, in Reaktion auf die Finanzkrise von 2008. Heutzutage suchen viele Menschen bei der Wahl ihrer Haarfarbe und -frisuren nach Möglichkeiten, die weniger Pflegeaufwand erfordern. Besonders gefragt sind natürliche Nuancen, die weniger regelmäßig aufgefrischt werden müssen. Diese Tendenz hin zu dunkleren Farbvariationen, wie dem „Recession Blonde“, hat sich im Jahr 2025 verstärkt, was zeigt, dass das Bedürfnis nach reduzierter Wartung im Vordergrund steht. Vogue analysiert, wie strands of dark blonde und braune Töne die Wahl der Haarfarben dominieren.
Öffentliche Wahrnehmung und Reaktionen
Zusätzlich zur Verminderung von Friseurbesuchen und dem Verzicht auf teure Haarkosmetik zeigt sich auch ein allgemeines Umdenken im Konsumverhalten. Anzeichen für diese Entwicklung sind nicht nur in der Friseurbranche zu finden, sondern auch in der allgemeinen Verbraucherpsychologie. Der „Lipstick-Effekt“, bei dem Menschen in Krisenzeiten tendenziell auf kleine Luxusgüter wie Lippenstifte zurückgreifen, bleibt weiterhin relevant. Dies zeigt, dass trotz finanzieller Unsicherheit der Drang besteht, sich verwöhnen zu lassen, wenn auch in kleinerem Rahmen.
Ein weiterer relevanter Aspekt ist die veränderte finanzielle Lage der Verbraucher:innen. Laut Mintel hat sich die wirtschaftliche Situation in manchen Regionen, wie Deutschland, zwar verbessert, doch bleiben Unsicherheiten und eine vorsichtige Kaufhaltung bestehen. Die Menschen haben ihr Einkaufsverhalten stark an die verfügbaren Budgets angepasst und zeigen Vorliebe für Eigenmarken und Second-Hand-Produkte. Fast drei von vier deutschen Verbraucher:innen achten verstärkt darauf, umweltschonende Kaufentscheidungen zu treffen, was ebenfalls den Rückgang in Luxuskonsum und den Aufstieg von Spartrends erklärt.
Abschließende Gedanken
Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, inklusive eines schwächelnden Aktienmarktes und massiven Entlassungen in verschiedenen Branchen, bleibt abzuwarten, wie sich die Trends in der Haarmode weiter entwickeln werden. Es bleibt einem Geduldsspiel gleich, denn während die Optimisten annehmen, dass die Verbraucher:innen ihre Ausgaben wieder erhöhen, gibt es auch mehr als genug Skepsis und Bedenken vor finanziellen Verpflichtungen. Es ist deutlich, dass die wirtschaftliche Lage nicht nur die Art, wie Menschen einkaufen, sondern auch, wie sie sich stylen, nachhaltig beeinflusst.
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