
Nach einem Rekordjahr für die Photovoltaik im Jahr 2023 zeigt sich im Jahr 2024 ein deutlich verlangsamter Zubau. Laut einem Bericht von vienna.at wurde eine neu installierte Leistung von 2,2 Gigawatt verzeichnet, was einem Rückgang von 10 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr entspricht. Dies markiert das erste Mal seit acht Jahren, dass der Zubau von Photovoltaikanlagen im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.
Für den Rückgang werden unklare Förderbedingungen und eine angespannte Wirtschaftslage als Hauptgründe angeführt. Der Ausbau im Jahr 2024 basierte hauptsächlich auf der Umsetzung bereits aufgestauter Projekte sowie auf der Aussetzung der Mehrwertsteuer für kleine PV-Anlagen. Diese Mehrwertsteuerbefreiung gilt allerdings nur bis Ende 2024; ihr Wegfall könnte das Interesse an kleinen PV-Anlagen, also solchen mit einer Leistung von bis zu 20 kWp, im Jahr 2025 weiter senken.
Aktuelle Förderbedingungen und Steuererleichterungen
Wie bmk.gv.at berichtete, wird ab dem 1. Januar 2024 eine Umsatzsteuerbefreiung für Photovoltaikanlagen bis 35 kWp eingeführt. Diese Regelung umfasst den Kauf und die Installation der Module sowie der Speicher, solange diese gemeinsam angeschafft werden und die Anlagen in der Nähe von Wohn- oder öffentlichen Zwecken betrieben werden. Anlagen mit einem größeren Zubau sind nicht von dieser Steuerbefreiung betroffen, können jedoch Unterstützung über das Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG) beantragen.
Die entsprechenden Förderanträge müssen mit Rechnungen und inklusive Umsatzsteuer eingereicht werden. Auch wenn die Anlagen über 35 kWp oder auf Betriebsgebäuden nicht von der Umsatzsteuerbefreiung profitieren, können sie dennoch Förderungen im Rahmen des EAG erhalten. Anträge können sowohl vor als auch nach der Inbetriebnahme der Anlagen gestellt werden, vorausgesetzt, der erste Antrag wurde vor der Inbetriebnahme eingereicht.
Der Blick in die Zukunft
Die Auswirkungen der neuen Fördermaßnahmen und der Mehrwertsteuerbefreiung werden sich voraussichtlich im Laufe des Jahres 2025 zeigen. Die Gesamt-PV-Leistung in Österreich liegt derzeit bei 8,3 Gigawatt, verteilt auf rund 470.000 Anlagen, und diese produzieren jährlich etwa 8,3 Terawattstunden Strom, was 13 Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes deckt, so oesterreich.gv.at.
Aktuell haben 88 Prozent der PV-Anlagen eine Spitzenleistung unter 20 Kilowatt und gehören somit dem Kleinsegment an. In Anbetracht der Herausforderungen des Marktes fordert die PV Austria eine schnelle Beschlussfassung des E-Wirtschaftsgesetzes (ElWG) sowie die Festlegung von Investitionsförderungen für das Jahr 2025, um die Entwicklung des Photovoltaikmarktes zu unterstützen und die Erreichung der Klimaziele in Österreich voranzutreiben.
Ort des Geschehens
Details zur Meldung