Österreichs Stromnetz: Gut gerüstet gegen Blackout-Gefahren!
Analysieren Sie die Ursachen des Blackouts auf der Iberischen Halbinsel und erfahren Sie, wie Österreich sein Stromnetz schützt.

Österreichs Stromnetz: Gut gerüstet gegen Blackout-Gefahren!
Am 28. April 2023 kam es zu einem großflächigen Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel, der auch in weiten Teilen Europas bemerkbare Auswirkungen hatte. Ein Zwischenbericht der Untersuchungskommission zeigt, dass unzureichende Reaktionsfähigkeit der Anlagen auf Spannungsschwankungen eine zentrale Ursache für den Vorfall war. Zahlreiche Kraftwerke gingen offline, was zu einem Dominoeffekt führte und innerhalb von Sekunden mehrere Gigawatt Erzeugungskapazität kostete. Diese Situation überschritt die kritische Betriebsgrenze von 435 kV, was entscheidend zum Blackout beitrug, wie Kosmo berichtet.
Die Untersuchung identifizierte mehrere Faktoren, die zum Blackout führten: Mangelnde rechtliche Vorgaben für erneuerbare Energieanlagen, überholte Regelungen für konventionelle Kraftwerke und reduzierte Spannungsreserven im Hochspannungsnetz. Insbesondere die vereinfachten Netzanschlussbedingungen, die im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien in Spanien eingeführt wurden, führten zu einer eingeschränkten Spannungsregelung. Diese Umstände trugen dazu bei, dass die automatischen Schutzsysteme in Spanien und Portugal den Blackout nicht verhindern konnten.
Ursachen und Konsequenzen
Der Blackout führte zur automatischen Abkopplung der Iberischen Halbinsel vom kontinentaleuropäischen Verbundnetz sowie von Marokko. Laut dem Bericht der Austrian Power Grid (APG) ist das österreichische Übertragungsnetz jedoch gut präpariert. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont die Wichtigkeit der Versorgungssicherheit und ruft zu einer koordinierten energiewirtschaftlichen Planung auf.
Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, fordert die APG Investitionen in den Netzausbau, insbesondere in den Bereichen Spannungshaltung und Blindleistungsmanagement. Im Kontext dieser Herausforderungen wird die Notwendigkeit einheitlicher technischer Standards in Europa als essenziell erachtet. Die Ausfallzeiten und deren Folgen haben auch die Bedrohung durch Blackouts in anderen europäischen Regionen verstärkt.
Strategien zur Vermeidung von Blackouts
Um das Risiko von zukünftigen Blackouts zu minimieren, sind mehrere strategische Maßnahmen erforderlich. Diese beinhalten die Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung als Kern des Energiesystems, die koordinierten energiewirtschaftliche Gesamtsystemplanung sowie klare regulatorische Rahmenbedingungen für alle Akteure. Besonders wichtig ist auch der rechtzeitige Ausbau der Netzkapazitäten. Ein fehlender Ausbau könnte, wie die Bundesnetzagentur berichtete, insbesondere in Zeiten von Starkwind-Starklast-Anforderungen zu Netzengpässen führen.
Im Jahr 2025 plant die APG Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro und insgesamt 9 Milliarden Euro bis 2034, um ihr Netz von etwa 3.500 km weiter zu modernisieren. Innovative Konzepte wie die automatische Spannungsregelung durch Donaukraftwerke werden ebenfalls in Betracht gezogen, um das österreichische Stromnetz robust und belastbar zu halten.