Wien setzt Zeichen: Fahnen am Rathaus starten 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
Am 25.11.2025 startet die Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ mit Fahnen am Wiener Rathaus, um Gleichberechtigung zu fördern.

Wien setzt Zeichen: Fahnen am Rathaus starten 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
Am 25. November 2025 wurde der Aktionszeitraum „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ in Wien offiziell eröffnet. Dieses Ereignis markiert den Beginn einer wichtigen Initiative zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit. Die Fahnen von „Terre des Femmes“, „Orange the World“ und White-Ribbon wurden am Wiener Rathaus gehisst, um ein sichtbares Zeichen für Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit zu setzen. Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál betonte anlässlich der Eröffnung, wie wichtig Aufklärung, Prävention und Solidarität in diesem Kampf sind.
Im Jahr 2024 wurden in Wien insgesamt 7.530 Anzeigen wegen Gewalt in der Privatsphäre registriert. Darunter fielen 4.120 Anzeigen wegen Körperverletzung und 1.410 Anzeigen wegen gefährlicher Drohungen. Diese alarmierenden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit des Themas. Besonders besorgniserregend ist, dass im Jahr 2024 insgesamt 18 Frauen Opfer eines Tötungsdelikts wurden, wobei im laufenden Jahr bereits fünf Frauen gewaltsam ums Leben kamen.
Beratungs- und Hilfsangebote
Wien bietet ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot für Gewalt betroffene Frauen. Der 24-Stunden Frauennotruf verzeichnete im Jahr 2024 über 9.800 Beratungskontakte und stellt sicher, dass diese vertraulich, kostenlos und anonym sind. So fanden 758 Frauen und 620 Kinder Zuflucht in Wiener Frauenhäusern, die insgesamt 282 Plätze für schutzbedürftige Personen anbieten. Besonderes Augenmerk wird auf die Bedürfnisse junger Frauen im Alter von 16 bis 25 Jahren gelegt.
Um den Betroffenen adäquate Hilfe zu bieten, beinhaltet das Unterstützungsangebot unter anderem rechtliche Beratung zu Themen wie Stalking und Vergewaltigung sowie psychologische Unterstützung, um die erheblichen psychischen Folgen von Gewalt zu bewältigen. Es ist wichtig, dass Täter gefasst werden und dass die nötigen Schritte zur Rehabilitation der Opfer unternommen werden. Die Hilfe reicht dabei von Kriseninterventionen nach akuten Gewaltvorfällen bis hin zu Informationen über weitere Beratungsstellen in Wien.
Zusammenarbeit und Netzwerke
In Deutschland existieren parallel dazu rund 400 Frauenhäuser, die über insgesamt mehr als 6.000 Plätze für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder verfügen. Die Vernetzung verschiedener Beratungsstellen ist von entscheidender Bedeutung, um eine schnelle und unbürokratische Hilfe zu gewährleisten. Der Bund hat in den letzten Jahren verstärkt darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, auch Angebote für Männer zu schaffen, die von Gewalt betroffen sind. In diesem Kontext besteht eine umfassende Beratungsinfrastruktur, die rund um die Uhr zur Verfügung steht.
Die bestehenden Hilfsstrukturen, sowohl in Österreich als auch in Deutschland, zeichnen sich durch ihre Vertraulichkeit und Anonymität aus. Durch die Bereitstellung von Informationen in verschiedenen Sprachen und besonderen Angeboten für Menschen mit Beeinträchtigungen wird sichergestellt, dass jede betroffene Person die notwendige Unterstützung erhalten kann. Ansprechend sind auch digitale Angebote, die eine unkomplizierte Kontaktaufnahme ermöglichen.
Die Initiativen und deren Unterstützung durch die Politik sind entscheidend, um auf die Thematik der Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und nachhaltig zu handeln. Es ist ein gemeinsames Ziel unserer Gesellschaft, eine Welt zu schaffen, in der Frauen und Mädchen sicher und gleichberechtigt leben können. Für Betroffene stehen wichtige Notrufnummern zur Verfügung, darunter der Frauenhaus-Notruf: 05 77 22 und der 24-Stunden Frauennotruf: 01/71719.
Durch die Erhöhung der Sichtbarkeit solcher Aktionen und Informationsangebote können wir ein stärkeres Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen schaffen. Jeder eingehende Hilferuf ist ein Aufruf zur Solidarität und zur aktiven Teilnahme im Kampf gegen Gewalt.
Lesen Sie mehr über die Aktionen und Unterstützungsangebote auf den Seiten von Wien.gv, Wien.gv Frauenberatung und BMBF.