Wahlbetrug: Besorgte Helfer an der Front von Verschwörungstheorien
Wahlhelfer in Wisconsin erleben verstärkte Bedrohungen und Verschwörungstheorien, während sie sich auf die Wahl am 5. November vorbereiten.
Wahlbetrug: Besorgte Helfer an der Front von Verschwörungstheorien
In den letzten Jahren hat die amerikanische Wahlsituation einen besorgniserregenden Wandel durchlebt, wobei kleine Gemeinden wie Alma Center in Wisconsin zunehmend von den Unsicherheiten betroffen sind, die früher vor allem in städtischen Gebieten zu finden waren. Dies zeigt sich besonders in den steigenden Bedrohungen gegenüber Wahlhelfern, die sich seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2020 häufen. Die Gewaltdrohungen, die ehemals als Randerscheinungen galten, sind nun in das Bewusstsein der Wähler und Wahlhelfer in Illinois, Arizona und anderen Bundesstaaten vorgedrungen.
Ein unmittelbares Beispiel ist Kris Burlingame, eine erfahrene Wahlhelferin aus Alma Center, die kürzlich mit einem unruhigen Bürger konfrontiert wurde, der in einer Wahlausschusstestsitzung aufgetaucht war. An dem Tag stellte der Mann provozierende Fragen zu den Wahlmaschinen und beharrte auf abwegigen Verschwörungstheorien. Dies führt zu einer wachsenden Besorgnis über die Sicherheit der Wahlhelfer. „Ich war nicht ängstlich, aber diese Begegnung hat mich nachdenklich gemacht“, berichtet Burlingame.
Wachsende Sicherheitsbedenken
Die Vorbereitungen für die bevorstehenden Wahlen am 5. November beinhalten umfassende Maßnahmen zum Schutz der Wahlhelfer, insbesondere angesichts der Tatsache, dass 38 % der örtlichen Wahlbehörden berichtet haben, bereits Drohungen oder Belästigungen erlebt zu haben. Melissa Kono, eine Wahlbeauftragte in Wisconsin, stellt fest, dass das Klima sich stark verändert hat. Früher mussten sie die Wahlhelfer über grundlegende Wahlverfahren unterrichten, doch nun sind Schulungen über den Umgang mit Bedrohungen ein fester Bestandteil ihrer Arbeit.
In einem Zeugnis über das sich verschlechternde Klima erklärt Kono, dass sie Pakete mit Notfallnummern verteilt, um Wahlhelfer auf potenzielle Gefahren vorzubereiten, die von Gewalt bis hin zu Naturkatastrophen reichen können. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend, insbesondere da die Bedrohungen gegen Wahlbeamte nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von organisierter Gruppenunruhe ausgehen, die oft durch Fehlinformationen und Verschwörungstheorien angefacht werden.
Ein Blick auf die Situation zeigt, dass die Zweifel an der Integrität des Wahlsystems über die Jahre gesät wurden, zunehmend geprägt durch öffentliche Äußerungen von politischen Führern. Insider wie Elizabeth Howard vom Brennan Center berichten, dass selbst die Mehrheit der Wahlbeamten von Sicherheitsmaßnahmen ergriffen hat, sei es durch die Zusammenarbeit mit der Polizei oder durch die Installation von Sicherheitsvorrichtungen an Wahllokalen.
Der Druck auf Wahlbeamte
Die Stimmung ist angespannt, insbesondere nachdem mehrere Vorfälle dokumentiert wurden, bei denen Wahlbeamte bespuckt, belästigt oder sogar mit Gewalt bedroht wurden. Politische Führer, wie Bill Gates, ein Supervisor in Maricopa County, berichten von kontinuierlichen Angriffen auf ihre Person durch Wähler, die an ihren Wahlabteilungen festhalten, was erhebliche Stresssymptome verursacht hat.
Während einige in der ländlichen Gemeinde Black River Falls die Vorfälle als übertrieben ansehen und die Wahl als ein gemeinschaftliches Ereignis betrachten, sind die Sorgen von Wahlbeamten und Helfern ernst zu nehmen. „Ich hätte vor 2020 gedacht, dass die Wahrscheinlichkeit einer Störung bei Null liegt,“ berichtet Burlingame. „Jetzt würde ich sagen, es liegt eher bei vier oder fünf von zehn.“ Diese Wahrnehmung der Bedrohung hat das Vertrauen in die Wahlorganisation erschüttert und lässt viele hungrig nach Sicherheitsgarantien suchen.
Die jüngsten Entwicklungen sind alarmierend. Wahlhelfer und Beamte sind gefordert, sich gegen eine Zunahme an Repressionen zur Wehr zu setzen, während viele gleichzeitig versuchen, ihre Bindungen zur Gemeinschaft aufrechtzuerhalten und ihre Rolle im demokratischen Prozess auszuüben. Wie die Situation sich weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten, aber die Signale sind klar: Der Druck auf Wahlbeamte ist real, und ihre Sicherheit muss nun oberste Priorität haben.