Patientenverfügung: So sichern Sie Ihren Willen im Notfall!
Eine Patientenverfügung ist für jeden Erwachsenen wichtig. Experten aus Lüneburg erklären, warum und wie man sie erstellt.
Patientenverfügung: So sichern Sie Ihren Willen im Notfall!
Lüneburg. Eine Patientenverfügung ist mehr als nur ein Dokument – sie ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben, selbst wenn man nicht mehr sprechen kann! Seit 2009 im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert, gibt sie Menschen die Möglichkeit, ihre Wünsche bezüglich medizinischer Behandlungen festzulegen. Doch alarmierende Zahlen zeigen: Weniger als die Hälfte der über 50-Jährigen hat eine solche Verfügung erstellt. Professor Dr. Christian Weiß und Sabine Rennau setzen sich dafür ein, dass dies sich ändert!
Ein Aufruf zur Selbstbestimmung! „Im Idealfall sollte jeder Erwachsene eine Patientenverfügung haben“, erklärt Dr. Weiß, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Lüneburg. Besonders gefährdet sind chronisch Kranke und ältere Menschen. Ohne diese Verfügung bleibt der Wille des Patienten oft im Dunkeln, was zu ungewollten medizinischen Entscheidungen führen kann. „Was zählt, ist der Wille des Patienten“, betont er. Die Ärzte sind verpflichtet, diesen Willen zu respektieren, und das ist nicht nur rechtlich bindend, sondern auch eine Frage der Ethik.
Hilfe und Unterstützung bei der Erstellung
Wie erstellt man eine Patientenverfügung? Sabine Rennau von der DRK Augusta-Schwesternschaft bietet Unterstützung an und hat festgestellt, dass viele Menschen es einfacher finden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn sie dabei Hilfe bekommen. „Wir erarbeiten gemeinsam, was für den Einzelnen ein lebenswertes Leben ausmacht“, erklärt sie. Ein vierseitiger Bogen hilft dabei, alle wichtigen Aspekte zu beleuchten. Sie warnt jedoch: „Es ist entscheidend, klar zu kommunizieren, was man will – Worthülsen helfen hier nicht weiter!“
Wo gibt es weitere Informationen? Interessierte können sich auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz informieren und sogar Vorlagen herunterladen. Auch die Klinikseelsorge und das Ethikkomitee im Klinikum Lüneburg stehen bereit, um Patienten und Angehörigen zu helfen. „Es ist wichtig, dass die Angehörigen wissen, wo diese Dokumente aufbewahrt werden“, fügt Dr. Weiß hinzu. Eine Patientenverfügung kann Leben retten – und das ist der entscheidende Grund, sich damit auseinanderzusetzen!