Experten schlagen Alarm: So könnte Österreich die Strompreise senken!
Experten in Wien diskutieren Maßnahmen gegen hohe Strompreise und fordern Reformen zur Senkung der Teuerung in Österreich.

Experten schlagen Alarm: So könnte Österreich die Strompreise senken!
Hohe Strompreise haben sich zu einem zentralen Problem in Österreich entwickelt und tragen erheblich zur steigenden Teuerungsrate bei. Experten fordern daher entschlossene Maßnahmen, um die Kosten zu senken und das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen. Eine Diskussion in Wien verdeutlichte die Notwendigkeit struktureller Reformen, weniger politische Einflussnahme und mutigere Einsparungsansätze innerhalb des Energiesystems. Branchenkenner wie Wolfgang Anzengruber, ehemaliger Vorstandschef der Verbundgesellschaft, betonen, dass mehr Mut und Entschlossenheit gefragt sind, um die Preise nachhaltig zu senken.
Walter Boltz, der ehemalige Chef der E-Control, hebt das Einsparungspotenzial hervor, das durch effizientere Strukturen erzielt werden kann. Beispielsweise sollte die Reduzierung von Umspannwerken Einsparungen von etwa 600 Millionen Euro ermöglichen. Trotz der Tatsache, dass Österreich zu 90 Prozent auf erneuerbare Energien setzt, orientieren sich die Strompreise stark am höheren Gaspreis, was zu weitreichender Kritik führt.
Strukturelle Ursachen und Digitalisierung
Ein weiterer bedeutender Punkt in der Diskussion ist die Konzentration innerhalb von über 120 Netzgesellschaften. Gerhard Roiss, ehemaliger OMV-Chef, sieht hier strukturelle Gründe für die hohen Strompreise. Zudem wird kritisiert, dass Österreich die Vorteile der Digitalisierung verpasst, etwa durch die ungenutzten Möglichkeiten der Smart Meter. Boltz verweist darauf, dass eine Hauptursache der hohen Stromkosten auch die Stilllegung von Kohle- und Atomkraftwerken in Deutschland sei.
Johannes Berger vom Wirtschaftsforschungsinstitut Eco Austria fordert stärkere Wechselwirkungen zwischen Preis, Angebot und Nachfrage. Nur durch stärkere Investitionsanreize kann Österreich die notwendigen Klimaziele erreichen. Auch die NEOS-Energiesprecherin Karin Doppelbauer äußert die Notwendigkeit einer Entflechtung zwischen Politik und Wirtschaft in der Energiepolitik. Eine solche Auflösung von Kreuzbeteiligungen bei Energieanbietern könnte den Wettbewerb fördern und letztendlich den Preis für Endverbraucher senken.
Ein weiterer Vorschlag umfasst den Rückzug aktiver Politiker aus Energieunternehmen, um wirtschaftliche Kriterien zu ermöglichen und somit die Preisgestaltung transparenter zu gestalten. Die Diskussion über die Strompreise zeigt, dass umfassende Reformen und entschlossenes Handeln gefordert sind, um der unhaltbaren Situation entgegenzuwirken, die viele Bürger und Unternehmen in Österreich belastet.