Erster Wolfsabschuss in Niederösterreich: Bedrohung für Nutztierherde!

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Erster Wolfsabschuss in Niederösterreich nach wiederholten Angriffen auf Nutztierherde am 3. Oktober 2025.

Erster Wolfsabschuss in Niederösterreich nach wiederholten Angriffen auf Nutztierherde am 3. Oktober 2025.
Erster Wolfsabschuss in Niederösterreich nach wiederholten Angriffen auf Nutztierherde am 3. Oktober 2025.

Erster Wolfsabschuss in Niederösterreich: Bedrohung für Nutztierherde!

Am 3. Oktober 2025 wurde im Bezirk Zwettl in Niederösterreich ein Wolf erschossen. Dies markiert den ersten Wolfsabschuss in diesem Bundesland. Der Abschuss wurde als notwendige Maßnahme erachtet, da der Wolf sich wiederholt einer Nutztierherde genähert und diese bedroht hatte. Bereits zuvor kam es zu Angriffen, die zu Verletzungen und Rissen von Tieren führten. Der Vorfall wurde von der Landesregierung bestätigt, und der Wolf wurde als „Problemwolf“ eingestuft, was die Schussgenehmigung begründete.

Der Abschuss erfolgte durch einen Jäger und wurde im Einklang mit den geltenden Bestimmungen durchgeführt. Fotos und Videos des Vorfalls, die auf Social Media kursierten, zeigten unter anderem die Schutzmaßnahmen der Nutztierherde. Diese war mit einem höheren Zaun und einem Untergrabschutz gesichert. Trotz dieser Vorkehrungen näherte sich der Wolf erneut innerhalb von 100 Metern an die Herde, was den Abschuss rechtfertigte.

Regelungen zur Wolfsverordnung

Die niederösterreichische Wolfsverordnung, die seit April 2023 in Kraft ist, regelt den Umgang mit Problemwölfen. Bei Bedrohungen oder Angriffen auf geschützte Nutztiere dürfen Wölfe vergrämt oder erschossen werden. Diese Regelung wurde Ende 2024 angepasst, da die Anzahl der Rissfälle bei Nutztieren stark angestiegen war. Im Jahr 2025 wurden bisher 48 Rissfälle in Niederösterreich festgestellt. Ein Abschuss ist ebenfalls möglich, wenn innerhalb von zwei Wochen nach einem Riss eine erneute Gefahr für weitere Tiere besteht.

Der Vorfall hat in der Bevölkerung und unter Landwirten für Diskussionen gesorgt, da die Debatte um den Umgang mit Wölfen immer wieder aufkommt. Auch die Landwirtschaft sieht sich zunehmend Herausforderungen gegenüber, wenn es um den Schutz ihrer Weidetiere geht. Herdenschutzmaßnahmen können zwar Schäden verringern, jedoch nicht vollständig verhindern, was die Forderung nach einer jagdlichen Regulierung von Wölfen, speziell der selektiven Tötung von Problemwölfen, verstärkt.

Kontext der Wolfspräsenz

Wölfe haben sich seit 1998 wieder in Deutschland ausgebreitet, und auch in Österreich ist eine steigende Präsenz zu beobachten. Während der Wolf zur Regulierung von Wildtierbeständen beiträgt, führt seine Rückkehr in vielen Regionen zu einem Anstieg von Nutztierschäden, insbesondere bei Schafen und Ziegen. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland über 1.200 Übergriffe durch Wölfe registriert, die 5.727 Tiere schädigten, darunter über 4.900 Schafe. Der Anteil von Nutztieren an der Wolfsernährung liegt in Mitteleuropa nur bei 1-2%, doch die Schäden in neuen Wolfsrevieren erleben meist eine vorübergehende Zunahme, bevor sie mit etablierten Herdenschutzmaßnahmen abnehmen.

In den letzten Jahren haben zahlreiche Bundesländer Regelungen zum Schadensausgleich bei Wolfsübergriffen eingeführt. Darüber hinaus schränken Diskussionen über wolfssichere Einzäunungen die Möglichkeiten der Landwirte ein, während die Notwendigkeit spezifischer Schutzmaßnahmen in ländlichen Gebieten an Bedeutung gewinnt.

Die Situation rund um die Wölfe bleibt angespannt, und der erste Abschuss in Niederösterreich könnte einen Wendepunkt im Umgang mit diesen Tieren darstellen. Landwirte und Naturschutzorganisationen stehen vor der Herausforderung, einen Weg zu finden, der sowohl die Interessen des Wildtiermanagements als auch den Schutz der Nutztiere berücksichtigt, während gleichzeitig die Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden.

Für weiterführende Informationen kann der Vorfall und seine Hintergründe in den Artikeln von 5min und ORF nachgelesen werden. Eine vertiefte Diskussion über die Herausforderungen der Weidetierhaltung im Kontext von Wolf-Rückkehr bietet der Artikel von Landwirtschaft.de.