Erinnerung an Herzogswalde: Gedenkstein für ermordete Jüdin enthüllt

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Ein Gedenkstein in Herzogswalde erinnert an das grausame Schicksal einer jüdischen Frau, die 1945 ermordet wurde.

Erinnerung an Herzogswalde: Gedenkstein für ermordete Jüdin enthüllt

Herzogswalde. In der abgelegenen Region Herzogswalde, nordwestlich des Tharandter Waldes, wurde jetzt ein ergreifendes Denkmal enthüllt, das an den grausamen Mord an einer etwa 20-jährigen Jüdin am 19. Februar 1945 erinnert. Die Erschütterungen des Zweiten Weltkriegs werden hier deutlich spürbar, da sich die schrecklichen Einzelgeschichten hinter den Zahlen verbergen.

Am 17. Februar 1945 erlebte Herzogswalde eine schockierende Szene: Circa 950 Frauen, zum größten Teil Jüdinnen, wurden als Teil eines grausamen Todesmarsches in das Dorf getrieben. Diese völlig erschöpften Frauen mussten eine erniedrigende Marschpause im Rittergut absolvieren, während die Dorfbewohner entsetzt zusahen, wie die Wachmannschaften mit ihnen umgingen. Ein 17-jähriger Hitlerjunge, aufgewiegelt durch schreckliche Geschichten, wurde Zeuge des Geschehens, während die Frauen in einem unmenschlichen Zustand behandelt wurden.

Grauenhafte Gewaltexzesse

Die Brutalität erreichte ihren Höhepunkt am 18. Februar, als eine junge Jüdin, die sich versteckt hatte, entdeckt wurde. Unter Schlägen wurde sie zum Bürgermeister gebracht, der sich weigerte, sich um sie zu kümmern. Ohne Mitleid trieben mehrere Jugendliche sie in einen abgelegenen Bereich, wo der geplante Mordexzess begann. Ihre Schreie verstummten im Schein der Taschenlampen, als die Täter sie grausam mit einem Baumast malträtierten und schließlich leblos in den kleinen Fluss Triebisch warfen.

Die Mörder wurden später gefasst und vor Gericht gestellt. Nach nur 13 Monaten Gefängnis wurden sie im September 1946 schuldig gesprochen und erhielten bis zu neun Jahre Jugendstrafe. Die Anklage betonte, dass sie aus einer antisemitischen Hetze heraus handelten, die vom Nationalsozialismus geschürt wurde.

Gedenken gegen das Vergessen

Der Weg der grausamen Marschkolonne führte durch ein Land, gespickt mit Leichenteilen. Im letzten Augenblick wurde eine Gedenktafel eingeweiht, um an die ermordete Jüdin zu erinnern und die grausame Vergangenheit im Gedächtnis zu bewahren. Historiker und ehrenamtliche Helfer haben hart gearbeitet, um diesen Ort des Gedenkens zu renovieren, der die zu oft vergessenen Schrecken des Holocaust ins Bewusstsein zurückruft. Bei der Einweihung kamen am 15. Oktober Historiker und interessierte Bürger zusammen, um dieser Tragödie zu gedenken.