Stübgen: Brandenburg braucht stärkere Sicherheitsbefugnisse gegen Terror!
Brandenburgs Innenminister Stübgen plädiert für erweiterte Sicherheitsbefugnisse nach Terrorverdacht in Bernau.
Stübgen: Brandenburg braucht stärkere Sicherheitsbefugnisse gegen Terror!
In Brandenburg sorgt die Forderung des Innenministers Michael Stübgen (CDU) für Aufsehen: Er möchte die Befugnisse der deutschen Sicherheitsbehörden erweitern. Der Anlass für diese Initiative war die Festnahme eines Libyers in Bernau bei Berlin, die auf Hinweise eines ausländischen Geheimdienstes zurückzuführen ist. Stübgen äußerte sich zu dieser Thematik und wies darauf hin, dass dies bereits der dritte Fall innerhalb von zehn Monaten sei, in dem Auslandsdienste in der Lage waren, Anschlagspläne zu erkennen und zu melden.
Der Innenminister erklärte in einem Interview mit dem rbb, dass die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen der deutschen Nachrichtendienste nicht ausreichen, um ein effektives Sicherheitsniveau zu gewährleisten. Besonders betonte er die Notwendigkeit von Technologien wie Gesichtserkennung und die Speicherung von IP-Adressen. Stübgen argumentierte, dass nahezu alle westlichen Länder diese Maßnahmen ergriffen haben, während Deutschland hier zurückbleibe. Ohne die Einführung einer Vorratsdatenspeicherung, so seine Warnung, werde man auf die Hilfe ausländischer Geheimdienste angewiesen sein, was nicht ausreichend sei.
Hintergrund zur Festnahme
Der festgenommene Libyer, dessen Identität bislang nicht öffentlich gemacht wurde, steht im Verdacht, terroristische Aktivitäten zu planen. Laut Stübgen ist dieser Mann in Untersuchungshaft und hätte nicht einfach abgeschoben werden können, da sein Asylantrag im September vergangenen Jahres abgelehnt wurde. Obwohl er verpflichtet gewesen wäre, Deutschland zu verlassen, blieb er weiterhin im Land.
Die Situation wird kompliziert durch die Umstände in seinem Heimatland. Libyen ist ein Bürgerkriegsland, was die Rückführung nahezu unmöglich macht. „Momentan können wir nicht nach Libyen abschieben, es gibt keine internationalen Flugverbindungen und die Sicherheitslage ist instabil,“ erklärte Stübgen. Trotzdem gebe es Einzelfälle von Libyern in Brandenburg, die freiwillig in ihr Heimatland zurückgekehrt seien. Diese Rückkehrmöglichkeiten hätten auch für den festgenommenen Libyer bestehen können, hätte man ihn entsprechend beraten und unterstützt.
Diese Ereignisse werfen Licht auf ein dringliches Anliegen in der deutschen Innenpolitik: Die Notwendigkeit einer Debatte darüber, wie man effektiver mit sicherheitsrelevanten Informationen umgehen kann und welche rechtlichen Rahmenbedingungen dafür benötigt werden. Stübgens Forderungen an die Bundesregierung, den sogenannten Sicherheitspakt zu überarbeiten, werden in den kommenden Tagen mit Sicherheit auf großes Interesse stoßen und könnten die Diskussion um die Sicherheit in Deutschland neu anfachen.
Die Forderungen des Innenministers stießen auf gemischte Reaktionen. Während einige Politiker und Sicherheitsexperten Stübgens Vorschläge unterstützen und schnelle Handlungen fordern, gibt es auch kritische Stimmen, die vor einer zu weitreichenden Überwachung der Bürger warnen. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf die Forderungen reagieren wird und ob es zu einer tatsächlichen Reform der Sicherheitsgesetze kommt.
Das Beispiel des Libyers verdeutlicht nicht nur die Herausforderungen, mit denen die deutschen Sicherheitsbehörden konfrontiert sind, sondern auch die Komplexität der Fragen rund um Asyl, Rückführung und innere Sicherheit. Mehr dazu auf www.presseportal.de.