Österreich trauert um Rudolf Melichar: Eine Theaterlegende geht von uns

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Österreich trauert um Rudolf Melichar, anerkannter Kammerschauspieler des Burgtheaters, der am 2. Oktober 2025 starb.

Österreich trauert um Rudolf Melichar, anerkannter Kammerschauspieler des Burgtheaters, der am 2. Oktober 2025 starb.
Österreich trauert um Rudolf Melichar, anerkannter Kammerschauspieler des Burgtheaters, der am 2. Oktober 2025 starb.

Österreich trauert um Rudolf Melichar: Eine Theaterlegende geht von uns

Der österreichische Schauspieler Rudolf Melichar ist am 2. Oktober 2025 im Alter von 96 Jahren verstorben. Melichar, der als Kammerschauspieler bezeichnet wurde, war über 50 Jahre lang Ensemblemitglied am renommierten Burgtheater in Wien, wo er für seine vielfältigen Rollen und seine Sprachkunst bekannt war. Sein Tod stellt einen großen Verlust für die Kulturszene Österreichs dar, wie Karl Mahrer, der Kultursprecher der Wiener Volkspartei, in einer Mitteilung ausdrückte: „Österreich verliert eine große Stimme des Theaters“.

Rudolf Melichar wurde am 22. Juni 1929 in Berlin geboren, als Sohn des bekannten Komponisten und Dirigenten Alois Melichar. Mit 13 Jahren zog er nach Wien, wo er seine Schauspielerausbildung am Reinhardt-Seminar absolvierte. Nach ersten Engagements in Städten wie Kiel, Essen und Hannover zog er 1968 an das Burgtheater, dem er bis zu seinem Tod treu blieb. Dort spielte Melichar in rund 130 Rollen und war vor allem in Stücken von bedeutenden Dramatikern wie William Shakespeare und Bertolt Brecht zu sehen.

Ein Lebenswerk am Burgtheater

Rudolf Melichar galt als Institution am Burgtheater. Sein Repertoire erstreckte sich über Werke der Klassik und Romantik sowie zeitgenössische Stücke. Zu seinen herausragenden Rollen gehören Polonius in „Hamlet“ (1986), Mulberry in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (1987) und der Professor Liebig in der Uraufführung von „Heldenplatz“ (1988). In den letzten Jahren seiner Karriere war er noch in Stücken wie „Leonce und Lena“ (2001) und in Uraufführungen von Elfriede Jelinek aktiv. Melichar trat auch in Film- und Fernsehproduktionen auf, darunter die Miniserie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß“ (1978).

Die bedeutende Rolle Melichars am Burgtheater wird nicht nur durch seine schauspielerischen Leistungen, sondern auch durch seine Ehrungen gewürdigt. Er war Ehrenmitglied des Burgtheaters und erhielt das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Seine offene und neugierige Art inspirierte Generationen von Schauspielerinnen und Schauspielern und trug zur hohen Relevanz des Burgtheaters im deutschsprachigen Theater bei.

Das Burgtheater und seine Geschichte

Das Burgtheater, eines der bedeutendsten Sprechbühnen im deutschen Sprachraum, hat eine lange und wechselvolle Geschichte. Gegründet 1748, erlebte es zahlreiche Veränderungen und Umstrukturierungen, insbesondere nach der Schließung des alten Burgtheaters 1888 und der Wiedereröffnung 1955. Unter verschiedenen Direktoren, darunter Joseph Schreyvogel und Raoul Aslan, erlebte das Theater wiederholt Blütezeiten und brachte zahlreiche bedeutende Stücke auf die Bühne.

Das engagierte Ensemble des Burgtheaters, zu dem auch Melichar maßgeblich beitrug, stellt einen reichen Schatz an künstlerischem Erbe dar. Zahlreiche prominente Künstler, wie Klaus Maria Brandauer und Oskar Werner, standen in den Diensten des Burgtheaters. Die Unterstützung der Bundesregierung sichert das Fortbestehen der Institution, die durch die Burgtheatergalerie dokumentiert wird, in der Künstlerporträts die Geschichte des Theaters lebendig halten.