Preisschock für Österreicher: Lebensmittel in Deutschland günstiger!

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Lebensmittelpreise in Deutschland sind oft günstiger als in Österreich. AK Tirol fordert mehr Transparenz und Preisüberwachung.

Lebensmittelpreise in Deutschland sind oft günstiger als in Österreich. AK Tirol fordert mehr Transparenz und Preisüberwachung.
Lebensmittelpreise in Deutschland sind oft günstiger als in Österreich. AK Tirol fordert mehr Transparenz und Preisüberwachung.

Preisschock für Österreicher: Lebensmittel in Deutschland günstiger!

In einer aktuellen Untersuchung der Arbeiterkammer Tirol (AK Tirol) wurde festgestellt, dass viele Lebensmittel in Deutschland, insbesondere in Bayern, erheblich günstiger sind als in Österreich. Diese Preisunterschiede betreffen nicht nur heimische Produkte, sondern auch weithin bekannte Markenartikel. Laut der AK Tirol sind die Argumente des Handels, höhere Lebensmittelpreise durch höhere Lohn- und Transportkosten sowie eine dichtere Filialstruktur in Österreich zu rechtfertigen, nicht haltbar. So kostet beispielsweise eine Vöslauer Zitrone in Bayern 0,89 Euro, während die gleiche Flasche in Innsbruck 1,25 Euro kostet.

Eine detaillierte Preisuntersuchung zeigt, dass sogar Produkte des REWE-Konzerns, zu dem unter anderem Billa und Billa Plus in Österreich gehören, in Deutschland günstiger sind. Der Preis-Check von AK Tirol ergab, dass von elf ident angebotenen Produkten zehn in Deutschland günstigeren Preisen angebo­ten werden. Auch Eigenmarken von Discountern wie Hofer (Aldi Süd) und Lidl sind in Deutschland preiswerter.

Deutliche Preisunterschiede

Die Preisunterschiede sind auffällig. So kostet ein Lidl-Weizentoast in Deutschland 0,69 Euro, während man in Österreich dafür 0,99 Euro zahlen muss. Ähnliche Preisunterschiede sind auch bei anderen Produkten bemerkbar:

  • Delikatess-Geflügelbrust (200 g): 2,79 € in Deutschland, 3,79 € in Österreich
  • Pfanner Eistee (2 l): 1,39 € in Deutschland, 2,49 € in Österreich
  • Gösser Naturradler 0,5 l: 0,99 € in Deutschland, 1,59 € in Österreich
  • Almdudler 1 l: 1,59 € in Deutschland, 1,99 € in Österreich
  • Manner Neapolitaner 400 g: 3,79 € in Deutschland, 3,99 € in Österreich

AK-Präsident Erwin Zangerl fordert mehr Transparenz bei der Preisgestaltung. „Diese Preisdifferenzen sind nicht nachvollziehbar und müssen offengelegt werden“, so Zangerl. Er fordert ein detailliertes Preis-Monitoring und die Reaktivierung der Paritätischen Kommission für Preis- und Lohnfragen, die seit 1998 inaktiv ist. Zangerl hebt hervor, dass diese Kommission ein wichtiges Gremium zur Überprüfung von Preis- und Lohnfragen darstellt und dass Transparenz in der Preisgestaltung notwendig ist, um den so genannten „Österreich-Aufschlag“ zu beenden.

Marktkonzentration und Preisgestaltung

Die Lebensmittelpreise in Österreich sind im Vergleich zu Deutschland durchschnittlich um 15 bis 20 Prozent höher. Laut einer Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) variieren die Preise je nach Produktsegment erheblich. Besonders bei Markenartikeln sind die Differenzen teilweise extrem hoch. Einige Produkte sind in Österreich um bis zu 35 Prozent teurer.

Die Marktkonzentration in Österreich ist ebenfalls ein Thema. Die vier großen Konzerne Spar, REWE, Hofer und Lidl kontrollieren über 90% des Lebensmittelmarktes. Diese monopolartigen Strukturen führen zu intransparenten Preisen, die schwer nachzuvollziehen sind.

Zusammenfassend zeigt die Analyse von AK Tirol sowie zusätzliche Erkenntnisse vom VKI, dass österreichische Konsumenten bei vielen alltäglichen Lebensmitteln, sogar bei heimischen Produkten, in Deutschland deutlich weniger bezahlen. Es bleibt abzuwarten, ob die geforderten Maßnahmen zur Preistransparenz und zur Wiederbelebung der Preisüberwachungspolitik bald umgesetzt werden.

Weitere Details zur Preisuntersuchung und die genauen Ergebnisse werden künftig im Testmagazin KONSUMENT sowie auf der Webseite vki.at veröffentlicht.